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Deutschlands Kolonien : Koloniales Lesebuch für Schule und Haus ; Beschreibung der deutschen Schutzgebiete nebst einer Auswahl aus der kolonialen Literatur / von A. Seidel. Bearb. von W. Kreyenberg
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b) Aus den Berichten der Reisenden?und Forscher.

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bereits Sorge getragen worden. Reichspostanstalten befinden sich bereits an 44 Orten, 19 davon haben Telegraphenbetrieb und 5 eine Ortsfern- sprecheinrichtung.

Verwaltung.

Das Schutzgebiet ist einem Gouverneur unterstellt (zurzeit Herr von Schuckmann). Angelegenheiten der Kolonie werden durch den Landesrat, der aus 10 amtlichen und 11 nichtamtlichen Mitgliedern besteht, erledigt. Der Bestand der Schutztruppe ist auf 4000 Mann festgesetzt. Das gesamte Land ist für die Zwecke der Verwaltung in sechs Bezirkshaupt­mannschaften eingeteilt: Windhuk, Omaruru, Keetmanshoop, Gibeon, Swakopmund und Outjo. Diesen sind wiederum je eine Anzahl von Ortspolizeibehörden untergeordnet.

Der Sitz des Gouverneurs und die Hauptstadt des Landes ist Wind­huk, am nördlichen Abhang der Auasberge. Andere bedeutende Orte sind 1. an der Küste Swakopmund und Lüderitzbucht, 2. im Gebiet der Otavi- bahn: Omaruru, Otavi, Tsumeb, Grootfontein, Outjo, Waterberg; 3. im Gebiet der Zentralbahn: Karibib, Okahandja, Otjosonjati, Seeis, Go- babis, Epukiro; 4. im Gebiet der Südbahn: Aus, Kubub, Bethanien, Seeheim, Keetmanshoop, Kalkfontein, Warmbad; 5. zwischen Süd- und Zentralbahn: Gibeon, Maltahöhe, Mariental, Rehoboth.

Seit Januar 1907 ist die allgemeine Schulpflicht für die Kinder der weißen Bevölkerung an Orten mit Regierungsschulen eingeführt. Windhuk erhält demnächst eine Realschule.

d) Aus den Berichten der Reisenden und Forscher

Der Sturm auf die Nankluft.*)

Die Stunde der Entscheidung naht. Um 1^ Uhr nachts tritt die 3. Kompagnie im Hauptlager an. Wasfenklirren unterdrücktes Sprechen die Glieder ordnen sich; da kommt der Major. Ein Hände- druck noch, ein ernstesAuf Wiedersehen!" und fort geht es in die Nacht hinaus. Ein schwerer Marsch in der Dunkelheit; lautlos eilt die Kolonne vorwärts, der Spitze nach, die Lampe, der sich uns anschließen durste, führt. Ab und zu hört man einen dumpfen Fall und leisen Fluch, wenn wieder einer der Leute über einen Stein oder Baumstamm gefallen ist. Die Nacht ist stockdunkel, der Boden mit Felstrümmern und spitzen Steinen bedeckt. Endlich, um 5 Uhr morgens, sind wir an der Fels­schlucht, und der Aufstieg beginnt. Mit umgehängtem Gewehr wird geklettert, oft sind die Abstürze so hoch und steil, daß einer auf des an­deren Schulter steigen muß, um den nächsten Absatz zu erreichen; der letzte wird dann an Gewehrriemen herausgezogen.

' ') Im Kriege mit Witboi. K. Schwabe:Mit Schwert und Pflug in Deutsch-Südwestafrika"' S. 206 .