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Deutschlands Kolonien : Koloniales Lesebuch für Schule und Haus ; Beschreibung der deutschen Schutzgebiete nebst einer Auswahl aus der kolonialen Literatur / von A. Seidel. Bearb. von W. Kreyenberg
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Deutsch-Südwestafrika.

Oranjefluß sich vorfinden, doch dürfte sie dort, wenn diese Beobachtung überhaupt auf Tatsachen beruht, wohl nur angepflanzt sein, da sie sonst südlich von Sandwichhafen noch nicht gefunden worden ist.

Die üorriäa bildet kugelige, 1 bis IV 2 m hohe Konglomerate 7 vielfach verzweigter, biegsamer, blattloser Zweige, die mit paarig ge- ^ stellten Dornen besetzt sind. Die Wurzel ist dick und reicht durch den lockeren Dünensand bis zum Spiegel des unter dem Sande durchsickernden Grundwassers hinab. Die Früchte erreichen die Größe einer Pampel­muse und ein Gewicht von über ein Kilogramm; sie sind eßbar und bilden die Hauptnahrung der um Walfischbai und Sandwichhafen hausenden Topnaarnation. *)

Vegetation nud Tierwelt der Hochsteppe.

Hell und klar lag der Morgen über dem Hochlande, dessen ebene Flächen im fernen Nordosten durch die schroffe Kette der Khousberge ab­geschlossen wurden und dessen Grasflur im Morgenwinde wogte wie ein endloses Kornfeld. Die Ähnlichkeit mit einem solchen ist in der That überraschend, da das Gras gegen das Ende der Regenzeit gelb wird und so einem von der Natur selbst geschaffenen Heu gleicht. Denn der mehr durch die Lufttrockenheit, als durch die Wirkung von Sonnenlicht j und Strahlung hervorgerufene Austrocknungsvorgang raubt den Halmen nicht ihren Nährwert für das Vieh; man kann das gelbe Gras der Hoch­steppen in keiner Beziehung mit der verbrannten Pflanzendecke schlecht > gepflegter Rasenplätze und Wiesen vergleichen. Eigentümlich nehmen sich ^ in der Ebene die zahlreichen Milchbüsche aus, Euphorbien mit ungezählten Stengeln und Aestchen. Außer ihnen erblickt man fast nur Hanna- oder Seifensträucher inmitten der Grasflächen, deren Asche den Eingeborenen bei der Seisenbereitung unentbehrlich ist.

Auf dieser Hochsteppe ist das größere Wild häufiger sichtbar, als in den dichten bewachsenen Bergländern. Schon bald nach unserem Auf­bruch zeigten sich in der Ferne Hunderte von Springböcken, und bei einer Wendung des Weges um eine niedrige Erdwelle sprang ein aufgescheuchtes !

Rudel empor, um in rasender Eile zu fliehen. Es ist ein prächtiger An- s

blick, wenn die schlanken Tiere, die an Größe einem kleinen Hirsch gleich- j

kommen, sich in Trab setzen und wenn dann alle Augenblicke einige sich in die Luft schwingen, um im weiten Bogen einen Sprung auszuführen, den ihnen selbst ein gutes Pferd so leicht nicht nachtut. Dabei richten sich die glänzenden Rückenmähnen über dem braunen Fell empor, und !

der Trab wiederholt sich, bis ihn wieder einige riesige Sprünge ablösen.

>) Ein Hottentottenstamm.

Dr. K. DoverSüdwestafrika", S. 27.