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Deutschlands Kolonien : Koloniales Lesebuch für Schule und Haus ; Beschreibung der deutschen Schutzgebiete nebst einer Auswahl aus der kolonialen Literatur / von A. Seidel. Bearb. von W. Kreyenberg
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Deutsch-Südwestafrika.

jenseits der Wasserstelle Nusib am Wege von Ganb nach Tsumeb. Zweifellos werden nähere Nachforschungen noch eine große Menge ähn­licher Vorkommnisse nachweisen.

Das Gestein, in dem alle diese Höhlungen liegen, der sogenannte Otavikalk, ist ein dunkler, harter Kalkstein von ganz unbestimmbarem Alter. Bisher haben sich keine Fossilien > j darin auffinden lassen. Wahr­scheinlich ist es Urkalk. Auch das große Knpfererzlager von Tsumeb ist eine nachträgliche Ausfüllung eines glocken- oder domförmigen Hohl- ranms im Kalkgebirge mit kupferhaltigen Verbindungen.

Das Klima

Eine mittlere Wassermenge bedingt mittlere Klimaverhältnisse, und in der Tat ist das ausgezeichnete Klima von ganz Südwestafrika bis zum Knnene und Okavango herauf dem Europäer zuträglich.

Im Ambolande wird der Europäer allerdings zuweilen fieberkrank; doch sind ernste Schlüsse über die Unzuträglichkeit des Klimas daraus nicht zu ziehen. Am besten zeigt dies die Tatsache, daß etliche der finnischen Missionare dort schon 15 bis 20 Jahre mit Weib und Kind in guter Gesundheit leben.

Der Europäer kann überall im Freien arbeiten, nur muß er über Mittag eine Pause machen, die, je weiter nach Norden, desto länger sein muß. Auch muß der Anzug entsprechend gewählt sein. Der Kopf muß bedeckt, der Nacken geschützt sein. Der weiße Mann muß sich hüten, zum Zweck der besseren Agilität die Oberkleider abzuwerfen oder in zu leichte Stoffe sich zu kleiden.

So hatte ein Mann der Truppe,^ der im bloßen Hemd gearbeitet hatte, sich eine Verbrennung der Arme und des Nackens durch die Sonne zugezogen. Die Haut war völlig rot gebrannt, und die Unvorsichtigkeit mußte mit etlichen Tagen Lazarett wieder wett gemacht werden.

Erkältungskrankheiten kommen leicht vor, gehen aber bald vorüber.

Der weiße Mann ist überhaupt auch in den weniger günstigen nörd­lichen Gebietsteilen widerstandsfähiger als der Eingeborene.

Man bekommt daher nur schwer Träger und Begleiter von den Bastards, Hottentotten oder Bergdamaras zu einer Expedition nach dem Norden.

In dem Tale des Nosob- und Fischflusses und von den im Kaoko- selde lebenden Zwartbooi-Hottentotten sterben jährlich viele Eingeborene am Fieber.

Das Klima wird ja wesentlich durch die Temperaturverhältnisse bedingt, deren Durchschnitt sich im großen und ganzen europäischen

') Versteinungen.

2) H. v. Franko is:Nama und Damara", S. 49.

b) d. h. der Schutztruppe.