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Deutschlands Kolonien : Koloniales Lesebuch für Schule und Haus ; Beschreibung der deutschen Schutzgebiete nebst einer Auswahl aus der kolonialen Literatur / von A. Seidel. Bearb. von W. Kreyenberg
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Deutsch-Südwestafrika.

noch geborstene Schlammlagen. Am 31. Oktober erreichten wir zwischen Horobias und Diepdal, 80 Kur Wegs unterhalb Otjimbingue, das. Ende. der Spuren. Beim Eingraben an Stellen, über die das Wasser volle 60 Stunden hingelaufen war, ergab sich, daß die Sande nicht einmal 1w tief durchfeuchtet waren." Das Wasser der größeren Omiramba Hererolandes erreicht durchschnittlich alle 10 Jahre einmal das Meer; so soll z. B. der Kuisib nur 1837, 1848, 1849, 1852, 1864, 1880 und 1885 bis nach Walfischbai gelangt, in den übrigen Jahren aber mitunter nicht einmal bis nach Otjimbingue vorgedrungen sein.

Die Wasserstellen im Otavigebiet.')

Kalkhöhlen und unterirdische Gewässer sind auf der großen Hart- mannschen Karte des Nordens noch an einer ganzen Reihe von Stellen westlich und nordwestlich von Outjo angegeben, und zwar durchweg nörd­lich von dem Gebirgszug, der den alten Weg von Outjo nach Otavi zur Linken begleitet. So ist eine Höhle im Kalk bei Awachab auf der Grenze zwischen den Bezirken Outjo und Grootfontein verzeichnet; südlich davon bei Aigab ein unterirdisches Wasserloch und östlich von beiden bei Owab eine unterirdische Höhle im Kalk mit Stalaktiten und Stalagmiten. Nicht weit westlich von diesem letzteren Platz liegt Hoais, das ich selbst besucht habe. Man hat eine gleich einer großen Arena rings geschlossene Ein- senkung von länglicher Form, Durchmesser vielleicht 600 zu 900 oder 1000 Metern, vor sich, die am oberen Rande steil im Kalkfels einbricht, weiter nach unten zu aber ganz allmählich sich senkt und einen vollkommen flachen, wie zur Rennbahn geebneten Grund ausweist. Der Höhenunter­schied zwischen dem oberen Kalkrand und der Sohle des Zirkus mag 10 m oder etwas darüber betragen. Exentrisch gegen Südwesten liegt ein tiefes Loch, das direkt in den kompakten Kalkfels hineinführt. Von allen Seiten laufen strahlenförmig stark ausgetretene Fußpfade darauf zu, als Beweis dafür, daß hier Wasser zugänglich ist. Die Buschleute erzählen, daß ein langer, vielfach geknickter, bald enger, bald weiter Schlot (also ähnlich wie in Gamkarob) zu dem Wasser führe und daß mehr als 40 Mann hintereinander in das Loch hinunter müßten, um sich einen Eimer Wasser von unten bis an die Oberfläche zureichen zu können. Offenbar ist auch dieser eigentümliche Kessel von Hoais durch einen Einsturz entstanden. Wie weit sich das unterirdische Wasser aus­dehnt, darüber habe ich leider nichts in Erfahrung bringen können. Anderthalb Stunden südöstlich von Hoais liegt Guinas: gleichfalls ein tiefer wassergefüllter Einsturz. Der imposante Schlot, auf dessen Grunde das Wasser steht, ist nicht breiter, als daß ein kräftiger Arm einen Stein darüber Hinwegwerfen könnte, die Länge des oval geformten Trichters

*) Dr. P. Ro hrbach:Deutsche Kolonialwirtschaft", Bd. 1, S. 105. (Buch­verlag derHilfe" G. m. b- H., Berlin-Schöneberg.)