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Deutsch-Südwestafrika.
Schlage erhob sich die ganze Linie, begeistert und mit lautem Hurra folgte die 2. Feldkompagnie ihrem geliebten Führer, allen voran die Gefreiten Nuschke und Besso. Dem todesmutigen Ansturm der tapferen Männer hielt der Feind nicht stand. Seine bis jetzt so zähe Widerstandskraft brach zusammen; er floh in nordwestlicher Richtung über den Omaruru-Fluß, noch wirksam beschossen von der Abteilung Kühn. Es war wie ein Wunder, daß der Hauptmann, obwohl die Hereros ihn und seinen Schimmel mit einem letzten mörderischen Feuer überschüttet hatten, samt seinem Pferde unverletzt geblieben war. Das Gelingen des Sturmangriffs war nicht zum wenigsten dem rechtzeitigen Eingreifen der Abteilung Kühn zu danken, wie überhaupt die Umsicht und Tatkraft, die Stabsarzt Dr. Kühn und der tapfere Feldwebel Müller sowohl bei der Belagerung wie bei dem Gefecht an den Tag gelegt hatten, sehr wesentlich zu dem Gesamterfolg beigetragen haben.
Da der Feind in alle vier Winde auseinandergestoben war, wurde eine wirksame weitere Verfolgung unmöglich. Hauptmann Franke beschloß daher, mit seinen äußerst erschöpften Leuten in Omaruru Zu bleiben. Die Kompagnie und die Abteilung Kühn erreichten ohne weiteren Kampf gegen 2 Uhr nachmittags die Kaserne, wo eine halbe Stunde später auch Leutnant Hauber mit dem 4. Zuge und dem Troß einrückte. Er hatte den heftig vordrängenden, sehr überlegenen Hereros gegenüber einen harten Stand gehabt und schwere Verluste erlitten. Der Sieg der Kompagnie hatte indessen auch die ihm gegenüberstehenden Banden gezwungen, sich zur Flucht zu wenden. Damit endete dieser schwere Kampf: Omaruru war aus gefahrvoller Lage befreit!
Den Hereros hatte dieser Schlag einen solchen nachhaltigen Eindruck gemacht, daß sie die Umgebung von Omaruru vollständig und endgültig aufgaben. Ihr Verlust wird auf rund 100 Köpfe geschätzt. Auf deutscher Seite waren sechs Mann gefallen, drei Offiziere — die Oberleutnants v. Nathusius und Griesbach sowie Leutnant Frhr. v. Wöllwarth-Lauter- burg — und zwölf Mann verwundet, hiervon entfielen auf die beiden Ausfallabteilungen zwei Tote und zwei Verwundete.
Die Regenströme und das Abkommen des Swakob*) sTsoachaubj.
Unter Omuramba (Omiramba Plur., im Oshindonga Esuila Sing., Omasuila Plur.) versteht der Omuherero?) ein meist lehmiges Flußbett, das
') Dr. H. Schinz: „Deutsch-Südwestafrika", S- 452.
2) Oma- vor einem Völkernamen entspricht dem m- in Ostafrika, im Plural gebraucht man ovu- (— va-). Vergl. Anm. auf S. 9; Oshindonga ist die Sprache der Ovambo.