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Deutschlands Kolonien : Koloniales Lesebuch für Schule und Haus ; Beschreibung der deutschen Schutzgebiete nebst einer Auswahl aus der kolonialen Literatur / von A. Seidel. Bearb. von W. Kreyenberg
Entstehung
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b) Aus den Berichten der Reisenden und Forscher. 49

Askari oder der Diener aus den metertiefen, zahllos in den gelblichen Sand gegrabenen kleinen Löchern geschöpft haben. Es ist von leicht milchiger Farbe und schmeckt sehr gut, hat aber eine Temperatur von 20 bis 21 ° 6. Die Zelte der Ratgeber sind ebenfalls aufgeschlagen, und im Walde ringsum ertönt der Schlag der Axt, um das Material zu den leichten, kleinen, konischen Hütten in Gestalt dünner Stäbe zu be­schaffen oder trockenes Holz zum Brennen abzuspalten. Jeder Träger ist verpflichtet, einen Span in die Küche abzuliefern, welcher Tribut oft zum Nachteil für den Säumigen durch einen der Küchenjungen eingetrieben werden muß. Ein Ausrufer fordert diejenige Abteilung der Träger, welche an dem Tage verpflichtet ist, die Hütte für die Küche zu errichten, auf, ihre Pflicht zu thun. Schäckernd ziehen die Weiber mit ihren Kale­bassen und Thongefäßen zu den Wafferlöchern, und vielfach ungeduldige Rufe der betreffenden Ehemänner lassen erkennen, daß auch, wie bei uns, der Aufenthalt am Brunnen oft über Gebühr ausgedehnt wird. Von allen Seiten kehren bald Leute mit Material zurück, und in nicht ganz einer Stunde erheben sich in weitem Kreise 80 bis 90 leichte Strohhütten, vor denen lustige Feuer prasseln, leichte Rauchwölkchen gegen die flachen und wenig belaubten Baumkronen sendend. Die Schwarzen haben ihre karge Mahlzeit, Mehl oder Hülsenfrüchte, bald gekocht und noch schneller verzehrt, und laute Fröhlichkeit, der Grundzug im Wesen des Negers, herrscht allseitig.

Tierleben in der ostafrikanischen Steppe. Z

Zwischen steilen Felsen mündet der Bach, in dessen Nähe ich lagerte, in die Steppe ein, um nach wenigen Kilometern plötzlich zu versiegen. Während seines Laufes inmitten der schroffen Bergtäler war er dem Wilde kaum zugänglich, dafür aber fand ich zahlreiche höchst betretene Wechsel, 2) welche alle zum Bache während seines Steppenlaufes führten. Der Bach war teils von Dornengestrüpp, teils von hohem Gras und Rohr umgeben, und zahlreiche Löwen hielten sich zu dieser Zeit in seiner Umgebung aus. Da wo er in seinem Unterlaufe zur Zeit bereits ver­trocknet war, dehnten sich Schilfwälder von beträchtlicher Ausdehnung aus, zur Regenzeit sumpfige Seen bildend. Diese Rohrwälder boten während des Tages den Löwen sowohl wie auch Nashörnern erwünschte Aufenthaltsorte; nachts aber belebte sich der Bachlauf von durstigem Wilde aller Art und dem es verfolgenden Raubzeuge.

Früh morgens bereits eröffneten den Reigen der durstigen Gäste aus der trockenen Steppe große Flüge und Ketten von Sandhühnern.

In drei schön gefärbten Arten (Utsroeles Gutturalis, ckeeoratus und sxustus) kommen diese prächtigen Flughühner hier vor. Am Tage

0 aus C. G. Schillings:Mit Blitzlicht und Büchse" (R. Voigtländers Verlag, Leipzig).

*) weidmännischer Ausdruck für Wildpfade.

Seidel, Koloniales Lesebuch. S. Aufl.

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