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Deutschlands Kolonien : Koloniales Lesebuch für Schule und Haus ; Beschreibung der deutschen Schutzgebiete nebst einer Auswahl aus der kolonialen Literatur / von A. Seidel. Bearb. von W. Kreyenberg
Entstehung
Seite
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b) Aus den Berichten der Reisenden und Forscher. 13

Für die Zwecke der Verwaltung ist das gesamte Schutzgebiet in sechzehn Bezirksämter, zwei Militärbezirke, drei Residenturen eingeteilt.

Hauptstadt und Sitz des Gouverneurs ist Dar-es-Salam (24 000 Einw.s. Andere größere Städte sind Bagamoyo, Tanga, Pangani, Lindi, Tabora, Udjidji.

Regierungsschulen für die Eingeborenen bestehen in Dar-es-Salam Tanga, Pangani, Bagamoyo, Kilva, Lindi. Fast mit allen sind Hand­werkerschulen (für Tischler, Buchdrucker, Buchbinder, Schmiede, Schlosser, Drechsler) und Hinterlandschulen verbunden. Für die Verbreitung des Evangeliums sind acht evangelische und fünf katholische Missionsgesell­schaften tätig.

b) Aus den Berichten der Reisenden und Forscher

Die erste Expedition der Gesellschaft für deutsche Kolonisation nach

Ostafrika. Z

Am Morgen ging der Marsch wieder am Flusse entlang, bei Stanleys FreundKadetamare" vorbei, dessen Dorf, das schönstgelegene im ganzen Mukondogwa-Thal, von riesigen Baobab beschattet, den Gipfel eines steilen Hügels krönt. Wir überschritten den seichten Fluß. Zackig und steil ragt ein dicht bewaldeter hoher Berg vor uns empor, bis zu dessen Fuß sich eiue Ebene erstreckte, welche anscheinend bis auf den letzten Ouadratzoll bebaut war. In ihrer Mitte und in Mitte der Anpflanzungen erhob sich ein Dorf von etwa 20 Hütten. Es war Muini-Sagara. Durch unaufhörliche Gewehrsalven grüßend betrat unsere Karawane das Dorf. Das Geschieße scheint eine unausrottbare Mode unten den Leuten zu sein; jedes Verbot bleibt unbeachtet; geschossen wird doch. Ein junger Schwarzer in auffallend reinlicher Kleidung empfing uns. Er trug ein weißes Unterkleid arabischen Schnittes, karrierten Ueberwurf und weiße Mütze ohne Rand. Ein Haus, welches wir während unseres Aufenthaltes hier bewohnen sollten, wurde uns angewiesen und mitgeteilt, daß der junge Schwarze.Kibana", der Sohn des Muini-Sagara, sei. Muini- Sagara ist kein Name, sondern ein Titel und heißt wörtlich übersetzt: Eigentümer von Sagara. Der Wohnsitz desEigentümers" wird nach ihm benannt, und zöge heute z. B. der Häuptling in ein anderes Dorf, so würde dieses den Namen Muini-Sagara erhalten. Als wir ein wenig geruht hatten, erkundigte sich Kibana nach Ziel und Zweck unserer Reise und erbot sich, sofort seinen Vater zu benachrichtigen, als er hörte, daß diesem hauptsächlich unser Kommen galt. Nun wurden die sür diesen bestimmten Geschenke hervorgeholt. Goldgestickte arabische Gewandung, Unterkleid, bunter Turban und rote Weste funkelten neben nagelneuen

') Z. Graf Pfeil:Allgem. Konserv. Monatsschrift", 1887, S. 623-624.