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Deutschlands Kolonien : Koloniales Lesebuch für Schule und Haus ; Beschreibung der deutschen Schutzgebiete nebst einer Auswahl aus der kolonialen Literatur / von A. Seidel. Bearb. von W. Kreyenberg
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b) Aus den Berichten der Reisenden und Forscher.

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Mais- und Sorghum-Kultur der Wanyamwesi.i)

Die Aussaat von Sorghum und Mais geschieht meist gleichzeitig auf demselben Acker, indem man zuerst Sorghum und dann etwas weiter­stehend Maiskörner einlegt. Sorghum gedeiht am besten im roten, fetten Laterit, verlangt aber während drei bis dreieinhalb Monat regelmäßige Regengüsse, auch im Glimmerthon, wenn dieser nicht zulange unter Wasser steht. Mais verlangt schweren fetten Boden und viel Feuchtigkeit. Der­selbe bedarf zweieinhalb, höchstens drei Monate zur Reife und wird Ende März bis Anfang April geerntet, wobei eine Pflanze oft drei bis vier Kolben zur Reife bringt. Am besten gedeiht er in dem wasserreichen Kawende. Die Kolben werden übrigens schon vor der vollständigen Reife vielfach genossen und gelten gekocht oder geröstet als Leckerbissen.

Die Männer beteiligen sich, nachdem die Aussaat gemacht ist, nicht mehr an der Arbeit, wenn sie nicht die Felder zum Schutze gegen Wild, wie Schweine und Büffel, mit einem '/s m tiefen, jedoch nur spann- breiten Graben umziehen, dessen ausgehobene Erde nach der Seite des Feldes geworfen wird in '/g m Höhe. Gegen Schweine ge­nügt auch das Aufstecken von Dornen. Die Feldfrüchte sind dann voll­kommen gegen diese Tiere geschützt. In weiten Zwischenräumen werden besonders da, wo Fußpfade entlang führen, Fallgruben mit eingesenkten spitzen Pfählen angebracht. In Gegenden, wo große Büffelherden existieren, muß der Wall noch etwas erhöht und eine sehr starke, brust- hohe Pallisadenzäunung errichtet werden. Die weiteren Arbeiten über­läßt der Munyamwesi ganz und gar der Frau, wie z. V. Ausjäten von Unkraut. Wenn der Mann nicht zur Küste zieht, um sich als Träger anwerben zu lassen, kann auch der Fall eintreten, daß die ganze Familie auf weit entlegenen Feldern eine provisorische Hütte bezieht, welche gerade so gebaut ist wie die im Dorfe, um gemeinsam die Felder zu hüten. Im allgemeinen übernimmt auch diese Arbeit die Frau mit den Kindern. Besonders die Knaben haben die Aufgabe, von hohen Gestellen, welche später die 4 m hohen Sorghumhalme überragen müssen, allerhand Ein­dringlinge abzuhalten. Von den Gestellen aus werden durch Schreien und Würfe mit Erde oder kleinen Steinen einfallende Vögel, hauptsächlich Finkenarten, Tauben, Papageien, sowie die sehr zahlreichen und diebischen Affenbanden abgewehrt. Selbst die Nacht hindurch wird manchmal Wache gehalten, wenn der Besitzer des Feldes zu faul war, Schutzgraben und Wall anzulegen. Als Vogelscheuche für die Saat und keimende Frucht werden an schräg in die Erde gesteckte Stöcke Palmblätter und Strohbündel befestigt und letzteren oft die Form einbeiniger, lang­geschwänzter Ungeheuer gegeben, an deren Kopf weißgebleichte Achatina­gehäuse als Glasaugen angebracht sind. Zum Schutze gegen Diebe gräbt

P. Reichard:Deutsch-Ostafrika", S 376.