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Deutsch-Ostafrika.
vom Horizonte für den auf dem Bauche Liegenden abzeichnete, mit gutem Blattschusse im Feuer stürzt, um mit zitternden Läufen zu verenden. Doch nun heißt es, wie ein Holz liegen bleiben. Die zwei Gefährten des Djämäla sind in eigenartig tollen, linkischen Sprüngen, bockend oder wie hinkend, in auffallend plumpem Galopp abgegangen. Als sie aber ihren Gefährten so ruhig am Boden liegen sehen, kommen sie neugierig zuerst zögernd, dann immer dreister, fortwährend laut prustend zurück. Den Jäger halten sie für einen Stein oder Holz, und der Pulverdampf macht auf kein Wild einen Eindruck, selbst der Knall nicht, wie der Verfasser unzählige Male beobachten konnte.
Die Wahehe?)
Die Wahehe bilden heutzutage einen sehr kopfreichen Stamm, so daß die Bevölkerung des Landes für afrikanische Verhältnisse sehr dicht genannt werden muß. Sie bewohnen die schon sehr oft beschriebenen Tembe, deren flache, erdbeworfene Dächer in der Regenzeit nur schlechten Schutz gewähren. Die Tembe sind oft von ganz enormer Ausdehnung. So fand Giraud die Tembe des Häuptlings Mkuanika von einer Boma umgeben, welche im Viereck errichtet war mit einer Seitenlänge von 500 w und innerhalb dieser enormen Befestigung, welche übrigens stellenweise schadhaft war 25 bis 30 Tembe, darunter eine von 150 m Länge. Ein Bach floß durch die Anlage hindurch, welcher zweimal überbrückt war.
Die Wahehe sind der Hauptsache nach Viehzüchter. Ihre Hauptnahrung ist Milch, welche die Männer selbst melken, es ist dies ihre einzige Beschäftigung im Haushalt. Die Milch wird nie gekocht, sondern nur frisch oder als saure Milch genossen, Butter verstehen die Wahehe nicht herzustellen. Für den Fremden ist es außerordentlich schwierig, Milch bei ihnen zu kaufen. Die Rinder, der Buckelrasse ungehörig, werden während der Nacht in der Tembe untergebracht. Wie bei allen viehzuchttreibenden Stämmen spielt das Rind die Hauptsache im Leben der Wahehe, wird aber nicht so hoch geschätzt wie bei den Massai. Der Mhehe entschließt sich übrigens nur sehr schwer dazu, ein Rind zu schlachten, trotzdem er ein leidenschaftlicher Verehrer von Fleisch ist. Nur alle nicht mehr milchenden Kühe oder kranke Tiere werden geschlachtet, indem man sie mit Lanzenstichen tötet. Dagegen stillen sie ihren Heißhunger für Fleisch mit fetten Hunden, welche in großer Menge in Uhehe gezüchtet und mit Leidenschaft gegessen werden, entweder gekocht oder leicht geröstet, ebenso das Rindfleisch. Die Hunde sind die in ganz Afrika verbreiteten kleinen gelben Köter mit spitzer Schnauze und spitzen großen Ohren und Fuchsgesichtern. Die Hunde werden auch deshalb in so großer Menge
0 Reichard: „Deutsche Kolonialzeitung 1891", S. 162.