b) Aus den Berichten der Reisenden und Forscher.
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Ugogo.i)
Die Grenzen sind im Norden die Massaisteppe, im Westen (geographisch) der steile Rand des Unyamwesiplateaus; im Süden ist die Grenze undeutlich und veränderlich, da die Wahehe nach Norden vordrängen und dort viele Orte gemischte Bevölkerung, halb Wagogo, halb Wahehe haben. Im Osten wird als geographische Grenze immer die Marenga mkali, ein acht bis zehn Stunden breiter, unbewohnter Strich angenommen, jedoch wohnen östlich davon seit langem soviel unvermischte Wagogo, daß man die Grenze eigentlich verschieben muß: sie wird gebildet durch den großen Busch (pari) zwischen dem Mukondokwathal und dem Dorfe Tambi; die Saadani-Karawanenstraße schneidet sich zwischen Mlali und dem Rubehopaß. Nach Karawanengebrauch rechnet man das Gebiet um Mpwapwa herum weder zu Ugogo noch zu Usagara, die Wasagara nennen es aber schon Ugogo.
Ugogo ist das Land der Steine; auf felsigem Untergründe, wo überall Gneis und Granit ansteht, liegt brennend rote Erde oder roter und weißer, das Auge blendender Sand, der eine üppige Flora von vornherein ausschließt. Ugogo ist ferner, besonders im Osten, gebirgig. Himmelhoch stehen hier die kahlen roten und weißen Berge, oft ganz spitze regelmäßige Kegel, mit Millionen von Felsblöcken besät, um Mpwapwa?) herum. Nach Westen flacht sich das Gebirge allmählich ab. Langgezogene wellige Hügel, kahl und brennend rot oder mit dichtem struppigen Busch bestanden, ziehen sich von Nord nach Süd, im Norden gegen die Massaisteppe von höheren Gebirgszügen abgeschlossen. Seltsame Felsgruppen, ungeheure Blöcke und mächtig anstehende Platten wechseln mit breiten, versandeten Betten der Regenflüsse und roten staubigen Flächen, auf denen die Windrosen ihr Spiel treiben. Dann geht es wieder über Hunderte, durch Regen tief ausgerissene schmale Rinnen oder meilenweit durch engverschlungenen, halbdunklen Busch (pori). Alles rot, kahl und öde. Kaum zwitschert ein Vogel, keine frohe Tanztrommel tönt aus den Dörfern, kein Bach murmelt, alles ruht im Schweigen der Wüste. Auch die Karawanen ziehen stumm, die starre Natur drückt den sonst so lebensfrohen Wanyamwesiträgern Schweigen auf. Das Auge kann sich an keinem schattigen Wald, keiner schönen Baumgruppe, keinem wogenden Feld erfreuen. Nur riesige Affenbrotbäume mit unförmigem Stamm und wenig Blättern, verkrüppelte Palmen, Akazien und Dornen. Statt der Felder steinige Brachen, auf denen kümmerlich Marvele (ganz kleines Negerkorn) gedeiht; bevorzugte Orte bauen Negerhirse (wtama), Mais und Erdnüsse; wenn ein Kürbis gedeiht, so ist es schon eine reiche
') Hermann: „Ugogo, das Land und seine Bewohner." Mittheilungen aus den deutschen Schutzgebieten. V, 4, S. 191—193.
2) Sprich Ll-puLpua. D. H.