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Deutschlands Kolonien : Koloniales Lesebuch für Schule und Haus ; Beschreibung der deutschen Schutzgebiete nebst einer Auswahl aus der kolonialen Literatur / von A. Seidel. Bearb. von W. Kreyenberg
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d) Aus den Berichten der Reisenden und Forscher.

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deutete wohl Unwillen an, daß wir Nichtbesitzes halber seinen Wunsch unerfüllt lassen mußten.

Den Alten in gute Laune zu setzen, erzählten nun unsere Leute von unserer Reise, teilten mit, daß wir überall reiche Geschenke verteilt hätten und auch seinen Wunsch bezüglich eines Messers gern erfüllen, ja solche unter Umständen, d. h. wenn uns ein Verweilen im Lande gestattet würde, gern mit der nächsten Karawane in reicher Auswahl herbeischaffen würden. Zur Erleichterung der Gemüter wurde Kaffee verabreicht, den auch Muini-Sagara kostete. Nach eindringlichem Palaver,*) in welchem gewiß das Messer eine große Rolle spielte, erklärte sich Muini-Sagara bereit, einen Vertrag zu unterzeichnen. Die Zeremonie ging ohne jede Feierlichkeit vor sich. Muini-Sagara machte ein Kreuz unter den vom Dolmetscher übersetzten Vertrag, dann unterzeichneten die höchsten Rat­geber, dann Kibana, am nächsten Tage ein anderer Sohn des Muini- Sagara, namensMasengu", der von seinem entfernten Wohnsitz herbei­gekommen war, die Weißen zu sehen. Am Tage nach unserer Ankunft lag der erforderliche Vertrag fertig vor uns, und die Gesellschaft für deutsche Kolonisation war Herrscherin in Usagara.

Durch den Urwald am Kirunga?)

Um 1/28 Uhr begann langsam der Anstieg. Vorher schickten wir unsere Maulesel, denen das Klettern durch die Lavaspalten viele Mühe machte, mit den Somali zurück und betraten alsbald dichtes Gestrüpp, das sich, je weiter wir vordrangen, immer mehr zum eng ver­wachsensten, lianenbehangenen Urwald entwickelte. Bald umgab uns völlige Dunkelheit.

Mit einem Male hörte der Pfad auf, und gleichzeitig waren auch schon unsere Führer, einen unbeachteten Moment benutzend, im dichten Busch verschwunden.

Nun begann ein mühsames, schrittweises Vorwärtsarbeiten mit Axt und Messer. Aber ich merkte bald, daß es ganz unmöglich sei, die Ein­sattelung, die den Hauptkraterkegel von einem nach Süden vorgelagerten und bedeutend niedrigeren Nebenkrater trennte, noch vor Einbruch der Nacht zu erreichen. Wäre uns das gelungen, so hätten wir auf halber Höhe lagern können, und es wäre Aussicht vorhanden gewesen, am folgenden Tage bis zum Gipfel zu gelangen. So aber steckten wir mitten im undurchdringlichsten Wald und waren genötigt, uns erst einen

) d. h. Beratung, Unterhandlung, vom portugiesischen pslabra (Wort) Palaver ist sonst nur in Westafrika gebräuchlich,' die Suahili sagenSchaun". (Siehe unten.)

') Graf Goetzen:Durch Afrika von Ost nach West", S. 193-194, 203208, 208-213.