92 Die neuere Zeit bis zu den Revolutious- ?c. Kriegen.
und die indische Reformfrage verschwand nicht wieder von der Tagesordnung. Die englische Berfassnng bewährte auch hier ihre Borzüge; sie machte es nicht nur möglich, sie drängte dazu, die Kolonialpolitik in Einklang zu bringen mit den Interessen des Gesamtvolkes, und das führte doch im allgemeinen zur Beschneiduug schädlicher Auswüchse und zu einem gesunden Fortschritt.
Die Versuche anderer europäischer Staaten, am indischen Handel Anteil zu gewinnen, haben nennenswerte Erfolge nicht gezeitigt. König Christian IV. von Dänemark brachte es 1619 zur Erwerbung von Trankebar (Korvmandel); die Kolonie hat aber nie eine größere Bedeutung gewonnen. Nach dem spanischen Erbfolge- kriege hat Kaiser Karl VI. versucht, von Ostende aus einen ostindischen Handel ins Leben zu rufen, aber bald dem Widerstände der Niederländer und Engländer weichen müssen, die das mit Spanien getroffene Abkommen, nicht nach Ostindien fahren zu wollen, für Belgien in Geltung erhalten wissen wollten, auch als es österreichisch geworden war. Friedrichs des Großen Bemühungen, den Erwerb Ostfrieslands in dieser Richtung nutzbar zu machen, sind bekanntlich auch ergebnislos geblieben. Erst im 19. Jahrhundert sind Süden und Osten Asiens allen Nationen zugänglich geworden.
37. Afrika.
Der „dunkle" Kontinent ist zweifellos der Europa Nächstliegende Erdteil. Denn wenn Asien auch mit uns landfest ist, so ist es doch, abgesehen von Kleinasien, durch weite, unwirtliche Landstriche von uns getrennt, Landstriche, die wohl Dnrchzugsgebiete eindringender Völker, nie aber Berkehrsbrücken gewesen sind, es auch