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Englische Art der Kolonialgründung.
30. Englische Art der Kolonialgründung.
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Die englischen Ansiedelungsversuche in Nordamerika beginnen unter Königin Elisabeth, unter der ja überhaupt die maritimen Bestrebungen des Volkes zuerst einen größeren Zug gewinnen. Der Name Walter Raleighs ist mit ihren Anfängen (seit 1584) unzertrennlich verknüpft. Erfolge wurden aber nicht erzielt, weil der offene Krieg mit Spanien ausbrach und in den Beuteaussichten, die der Angriff auf die spanischen Kolonien und den spanisch-portugiesischen Handel eröffnete, einen viel reicheren Preis kühnen Wagemuts zeigte, als die Kolonisierung völlig wilder und bisher ertragloser Gebiete gewähren konnte. Erst in der ruhigeren Zeit Jakobs l. wurde die Arbeit wieder aufgenommen und unter Karl I. fortgesetzt.
Eine führende Rolle spielten auch hier, wie in Spanien und Portugal, reiche und angesehene Leute, zum Teil Mitglieder des höchsten Adels, der königlichen Familie selbst. Bis auf den heutigen Tag haben diese Kreise in England an den kolonialen Bestrebungen tätigen, zum Teil lebhaft tätigen Anteil genommen. Sie wurden wie in den genannten Ländern mit größerem Grundbesitz, ganzen Landschaften, ausgestattet. So entstanden die sogenannten Eigentümer-Kolonien (xropristÄi'^-c-olome^, zu denen Virginien, Maryland, Neu-Aork, Neu-Jersey und Pennsylvanien dauernd oder zeitweise gehört haben. Die Gegenleistungen an die Regierung waren gering, entsprechend dem gänzlichen Mangel einer Aussicht auf unmittelbaren Ertrag. Gewinnen konnten die Unternehmer nur durch Ansiedelung und Anbau, und solche wurden ihnen geradezu zur Pflicht gemacht: „Boden zu finden, auf dem sich Produkte gewinnen lassen, die Gegenstand eines gewinn-