64 Die neuere Zeit bis zu den Revolutious- rc. Kriegen.
Fälle in der Geschichte, wo man zweifeln kann, ob kolonisierende Tätigkeit überhaupt ein förderlicher Faktor für ihre Urheber war, allerdings ein Fall, wo man richtiger von Eroberung als von Kolonisation reden könnte. Wie immer, die Tatsache bleibt bestehen, daß diese Tätigkeit spanischer Sprache und spanischer Nationalität eine Verbreitung verschafft hat, die sie auf anderem Wege nie hätte erreichen können. Man wird nicht sagen können, daß damit sichere Gewähr für eine Zukunft spanischen Wesens im Völkerleben gegeben sei, aber eine unerläßliche Vorbedingung ist erfüllt, und da wird auch niemand wagen dürfen, die Möglichkeit einer glücklichen Weiter- entwickelung völlig in Abrede zu stellen.
28. Die Portugiesen in Brasilien.
Erst 1526 unter Johann III. haben ernstliche Bemühungen begonnen, den Besitz, den man der Fahrt Cabrals verdankte, zu unterwerfen und auszunutzen. Er wurde nordwärts bis zum Amazonenstrom, südwärts bis gegen den La Plata und seine Quellflüsse ausgedehnt. Die Unterjochung Portugals durch Spanien im Jahre 1580 führte die Feinde Spaniens auch in diese Gebiete, besonders die Niederländer, die nördlich und südlich von Pernambuco ein „Neu-Holland" gründeten und den Plantagenbau zu entwickeln suchten. Sie wurden jedoch verdrängt, nachdem Portugal 1640 seine Selbständigkeit wieder erlangt hatte, und verzichteten 1661 gegen eine Geldzahlung auf jeden brasilianischen Besitz. Das Kolonisationssystem der Portugiesen war dem spanischen zum Verwechseln ähnlich. Wesentliche Unterschiede würden sich nicht anführen lassen, wenn man nicht hinweisen wollte auf das Fehlen der Edelmetallausfuhr, bevor gegen