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Kolonialgeschichte / von Dietrich Schäfer
Entstehung
Seite
58
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58 Die neuere Zeit bis zu den Revolutions- rc. Kriegen.

Spanier ist in Amerika nicht Herr des Bodens durch eigene Arbeit geworden, auch nicht in denjenigen Gebieten, wo die dünne und kulturrückständige Bevölkerung dies leicht ge­macht und das Klima es zugelassen hätte.

Angesehenen Einzelunternehmern, die ihr Kapital oder ihren Namen einsetzten, hat die Regierung den Vor­zug gegeben vor kleinen Siedlern. Sie hat ihnen, stets unter Gewinnanteil der Krone, große Landzuweisungen, in welche die vorhandenen Menschen eingeschlossen waren, und Kon­zessionen verschiedener Art gewährt. Das hat die rücksichts­lose Ausbeutung der Eingeborenen erleichtert. Es ist bekannt, wie die einheimische Bevölkerung Westindiens, abgesehen von Krankheiten und dem Verfall, dem Naturvölker durch die Berührung mit Europäern stets ausgesetzt gewesen sind, durch die erzwungene Arbeit in Bergwerken und dann in Zuckerpflanzungen zu Grunde gerichtet worden ist. Auf Sän Domingo (Haiti) war sie nach zwei Menschen­altern verschwunden. Die Überführung von Negern, deren Verwendung als Sklaven weit älteren Ursprungs ist, hat aushelsen müssen. Sie hat in den spanischen Kolonien nie den Umfang angenommen wie in den englischen, fran­zösischen und niederländischen. Nach Humboldt hätten die Schwarzen in Spanisch-Amerika nie mehr als der Gesamtbevölkerung ausgemacht, im ganzen zu seiner Zei. 7 800000, weniger als sich 1860 im Staate Süd- Carolina fanden. Der Grund liegt natürlich nicht irgend­wie in größerer Menschenfreundlichkeit der Pflanzer und Unternehmer oder der Regierung, sondern ausschließlich in der geringeren Energie des spanischen Betriebes.

26. Wirtschaftliche und politische Entlvickeluug.

Die wirtschaftliche Entwickelung der spanischen Kolonien ist eine dürftige, im Verhältnis zu ihrem natürlichen Reich-