Spanische Kolonisation.
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25. Spanische Kolonisation.
Auf der ersten Überfahrt des Kolumbus hatte der in mehr als einer Beziehung tüchtigere Pinzon geraten, sich auf der Breite der Kanarischen Inseln zu halten; man wäre dann nach Florida statt nach den Bahama- Jnseln gekommen. Humboldt hat daran die Bemerkung geknüpft, daß in diesem Falle die Spanier, nicht die Engländer, Nord-Amerika besiedelt haben würden. Wie in ähnlichen, so muß auch in diesem Falle bestritten werden, daß der Gang der Weltgeschichte von solchen Zufälligkeiten abhängig ist. Der Sinn der spanischen Entdecker und Eroberer, der Conquistadores, war auf unmittelbare Ausbeutung, auf indische Schätze, auf Gold und Silber gerichtet. Nur langsam hat man sich umdenken und den Verhältnissen anpassen können. In den ersten 30 Jahren, vor dem mexikanischen Unternehmen, ist der Klagen über die völlige Wertlosigkeit der neuen Erwerbungen kein Ende gewesen Dann wurde man Herr der Schätze von Mexiko und Peru. Eine für die Zeit überwältigende Produktion von Edelmetallen begann, die man für die gesamte Zeit der spanischen Herrschaft auf über 25 Milliarden Mark, also auf mehr als 80 Millionen jährlich berechnet hat. Es ist das Geld, mit dem Karl V. und Philipp II. ihre imperialistische und re- katholisierende Politik durchzuführen versucht haben, die trotzdem kläglich gescheitert ist. Noch nie hat der Besitz des Geldes den Gang der Weltgeschichte entschieden, wie heute von eben so falschen wie kurzsichtigen Propheten so oft überlegen verkündet wird. Dem ohnehin aus den Zeiten der maurischen Kämpfe her zugleich zu abenteuerndem und bigottem Rittertum neigenden spanischen Volke wurde dieser Goldstrom verhängnisvoll. Ehrbare, bürger-