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Kolonialgeschichte / von Dietrich Schäfer
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Neubildungen.

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wird die Tatsache, daß sie, mit der einzigen Ausnahme des nur ein Jahrhundert bestehenden Vandalenreichs, in allen auf römischem Boden gegründeten Staaten ihre Institutionen den größeren Verhältnissen anpaßten und gegenüber den römischen siegreich zur Geltung brachten, stets ein glänzendes Zeugnis sein für ihre unübertroffene politische Begabung, die sie ja bis heute bewährt haben. Zur gemeinsamen abendländischen Kultur, wie sie aus germanischen, römischen, christlichen Anschauungen erwuchs, lieferten sie mit ihrer Auffassung vom Staats- und Rechts­leben und mit so manchem anderen, was ihrem Geiste und ihrer Veranlagung entstammte, wohl den wertvollsten Beitrag.

l4. Neubildungen.

Der Untergang des einheitlichen römischen Reichs zerriß die Mittelmeerwelt, die in diesem Staatswesen ge­sammelt gewesen war, in zwei und bald in drei einander feindlich gegenüberstehende Gewalten und Völkergruppen.

, Das Meer in ihrer Mitte wurde aus einem verbindenden ^ ein trennender Faktor. Seit dem Aufkommen des Islam waren Süden und Osten einerseits, Norden und Westen andererseits geschiedene Welten, zwischen ihnen das byzan­tinische Reich ein Gebilde ohne Zukunft, dem nur die unvergleichliche Lage seiner Hauptstadt das Dasein fristete. Doch haben nicht nur Abend- und Morgenland, sondern auch die Mittelmacht Kraft zur Propaganda bewiesen. Arabischer Glaube, Sprache und Kultur haben sich tief nach Asien und Afrika hinein verbreitet, haben sich auf der südwestlichen und später, so weit wenigstens die Religion in Frage kommt, durch die türkischen Stämme auch auf der südöstlichen Halbinsel Europas festgesetzt. Die romanisch-germanischen Völker des alten weströmischen