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Kolonialgeschichte / von Dietrich Schäfer
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Das Altertum

kischen und gallischen Gebiete auszudehnen. Sogenannte ewige Bündnisse haben neben den Kriegen dazu gedient, römischen Einfluß festzulegen, und ein planmäßig durch­geführtes Straßennetz mit den nötigen festen Plätzen hat die Festhaltung des Erworbenen erleichtert. So macht die Entwickelung römischer Macht trotz zahlloser Krisen und Wechselfälle den Eindruck eines unaufhaltsam daher- fließenden Stromes. Sie ist das großartigste geschicht­liche Beispiel einer in einem Volkstum und Staatswesen durch Jahrhunderte wirksamen, nicht immer gleichen, aber doch unverwüstlichen, unwiderstehlichen Kraft.

N. Auszeritalischc Kolonisation.

Seit dem glücklichen Ausgange des Krieges mit Pyrrhus sind Kolonisierung und Aufnahme ins Bürger- recht nachdrücklicher und mit weiter gesteckten Zielen be­trieben worden. Die römische Handelspolitik hatte schon Verbindungen bis Ägypten und Rhodos geknüpft und versucht, den Karthagern in den atlantischen Ozean zu folgen. Man konnte nicht verkennen, daß Zusammenstöße mit größeren Mächten bevorstanden, und suchte sich Alt- Italiens in vollem Umfange zu versichern. Nach dem ersten panischen Kriege faßte man die Kolonisierung des cispada- nischen Galliens ins Auge; nach dem zweiten wurde sie durchgeführt. Als äußerster Posten nach Nordosten wurde Aquileja gegründet, im Nordwesten gegen die Ligurer Luna in der Magra-Ebene, nahe der Bucht von Spezzia; später kam Eporedia (Jvrea) hinzu als Stützpunkt für die west­lichen Alpenübergänge.

Um diese Zeit traten zu den militärischen und poli­tischen Gesichtspunkten soziale. Lebhaft empfanden die Besten das Bedürfnis, den stark zusammengeschwundenen selbständigen Bauernstand wieder zu mehren; häufigere