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Kolonialgeschichte / von Dietrich Schäfer
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Art und Bedeutung der griechischen Kolonisation. 19

Bruttium, das jetzige Kalabrien, wurde besonders von Achäern besiedelt; hier erwuchsen Kroton und Sybaris. Spartaner gründeten Tarent. Diese Kolonien waren Ackerbaukolonien mit umfassender Bodenokkupation, wäh­rend Enböer und Korinther sich meistens dem Handel ergaben. Bruttium erhielt den Namen Groß-Hellas. Von der Insel Thera (Santorin) aus haben Dorier sich an der gegenüberliegenden Küste Afrikas in der Kyrenaika (Barka) festgesetzt.

Ums Jahr 600 begannen besonders Phokäer in die entlegeneren Teile des Mittelmeeres vorzudringen, bis nach Tartessos, der Küstenniederung des Guadalquivir, in die nördlicheren Gebiete des adriatischen Meeres und über Korsika in die Sitze der Ligurer, wo Massalia (Marseille) gegründet wurde. Als die Zeit der persischen Bedrängnis kam, war das ganze weite östliche Mittel­meer, von Malta und Sizilien bis zum Don, mit der einzigen Ausnahme der syrisch-phönikischen Küste, von griechischen Kolonien umsäumt, und zahlreiche Posten waren weiter nach Westen vorgeschoben. Es ist hervor­gehoben worden, daß die Siedler, namentlich die Euböer, auf den Spuren des Epos" wandelten; die neu sich erschließenden Gegenden erschienen ihnen als die Lokalitäten der Odyssee.

8. Art und Bedeutung der griechischen Kolonisation.

Die Scharen, welche die neuen Wohnsitze füllten, sind nicht mit einem Male hinübergezogen. Stets neue Auswanderer Kaufleute, Handwerker, Söldner, Ackers­leute sind den ersten, die unter der Führung ihres ..Oikisten" kamen, gefolgt, in der Fremde ihr Glück zu suchen. Die Wohnplätze trugen sämtlich städtischen