Sechstes Kapitel.
Die Enquete von H86H.
Die großen Ausgaben, welche der Aschantikrieg an der Goldküste verursacht hatte, die zahlreichen Erkrankungen und Todesfälle in den verwendeten westindischen Regimentern lenkten aufs Neue die Aufmerksamkeit des englischen Publikums und Parlaments den west- afrikanischen Angelegenheiten zu.
Anfang der sechziger Jahre war die herrschende Schule in Volkswirthschaft und Politik kolonialen Unternehmungen überhaupt abgeneigt. Man wollte von großen militärischen Aufwendungen für die bestehenden Kolonien nichts mehr hören. Sie sollten sich daran gewöhnen, sich auf die eigene Kraft zu verlassen. Es gab sogar Leute, welche den Kolonialbesitz überhaupt als Unglück betrachteten und am liebsten auf die meisten überseeischen Besitzungen verzichtet hätten. Dazu kam noch, daß viele Politiker der Ansicht waren, der Zweck, weshalb England in Westafrika einst unter schweren Opfern festen Fuß gefaßt, sei jetzt nach Vernichtung des Sklavenhandels erreicht. Das logisch Richtige sei Aufgabe dieser kostspieligen Niederlassungen. Zum Mindesten dürfe man für sie keine Opfer mehr bringen. Diese Erwägungen waren der Anlaß, daß das Parlament eine neue gründliche Untersuchung der gestimmten Lage in Westafrika anregte. Ein Colonel H. St. George Ord wurde im Oktober 1864 beauftragt, die vier dort vorhandenen Kolonien zu besuchen und sich darüber zu unterrichten, ob der bei ihrer Gründung beabsichtigte Zweck erreicht worden sei.
In seiner Instruktion war ausgeführt, daß die westafrikanischen Besitzungen nicht als Plätze für europäische Besiedelung, da das Klima eine solche durchaus verböte, angesehen würden. Sie seien erworben, um den britischen Handel zu ermuthigcn, und zwar nicht allein seiner selbst willen, sondern, um dadurch um so kräftiger gegen den Sklavenhandel und die anderen unmenschlichen Sitten der Eingeborenen zu wirken. Er möge nun feststellen, wie weit diese Zwecke durch die Kolonien in ihrem gegenwärtigen Zustand erreicht würden, und ob, ohne ihren Erfolg zu schädigen, Aenderungen und Einschränkungen möglich seien. Er solle insbesondere ihre finanzielle Lage untersuchen und berichten, wie weit sich bei ihnen die Einnahmen und Ausgaben