Teil eines Werkes 
Bd. 5 (1903) Die Kolonialpolitik der Niederländer : mit einer Karte in Farbendruck / von Alfred Zimmermann
Entstehung
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Finanzielle Verlegenheiten.

Besitzungen*) sowie durch Prämien den Landbau zu fördern. Er er­reichte damit ebenso wenig, wie mit Vorschüssen und der Ausgabe von Noten durch die 1829 eröffnete, von Bosch ins Leben gerufene Particuliere Westindische Bank.**) Schon 1830 mußte letztere wegen verschiedener Verluste mit Belehnungen aufhören, und 1831 wurden keine weiteren Wechsel auf das Kolonialministerium gegeben. Damit entstanden neue finanzielle Verlegenheiten, die Noten sanken im Wert, es zeigte sich Kreditnot, und als auch noch der Zuckerpreis sank, brach eine Anzahl Unternehmungen zusammen. Cantz'laar überlebte diese Katastrophe nicht lange. Er starb Ende 1831, und an seine Stelle trat als Generalgouverneur der bisherige Procureur- Generaal Baron van Heeckeren.

Zweites Kapitel.

Die Abschaffung der Sklaverei.

Unter den Kolonisten herrschte damals große Unzufriedenheit. Sie fanden es unbillig, daß alle Kolonien ihre Kosten aus eigenen Mitteln decken sollten, und besonders ungerecht, daß Surinam durch die Verkoppelung mit den westindischen Inseln auch noch für diese Opfer bringen mußte. Sie klagten über die infolge dieses Zustandes erforderliche zu hohe Steuerlast, die ungenügende militärische Be­setzung der Grenzen und die den Pflanzern auferlegten Beschrän­kungen hinsichtlich der Verfügung über die Sklaven. Die holländische Regierung sah sich veranlaßt, diesen Beschwerden Rechnung zu tragen. Sie gewährte 1832 verschiedene Steuererleichterungen, verpflichtete sich ihrerseits, die für Curaoao, St. Eustatius und St. Martin unerläßlichen Zuschüsse zu zahlen, und änderte die Sklavengesetzgebung in verschiedenen Punkten nach den Wünschen der Pflanzer. Die Freilassung von Negern wurde bedeutend erschwert. Für jeden

*) Der Sklavenhandel war 1818 verboten worden, aber zwischen den holländischen Kolonien wurde er ausdrücklich aufrechterhalten.

**) Da sich keine Privatunternehmer für die Bank gefunden hatten, errich­tete sie Minister Baud aus Staatsmitteln. Ihr Kapital war 3 Millionen Gulden.