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Englische Absichten auf Java.
Zweites Kapitel.
Java unter englischer Verwaltung.
Diese Auffassung wurde indessen vom indischen Generalgouverneur Lord Minto nicht geteilt. Er hatte seit längerer Zeit die Eroberung Javas beschlossen und zog dazu 12 000 Mann und eine Flotte von 100 Segeln im Jahre 1811 zusammen. Ein jüngerer Beamter, der Verwalter von Penang (Prince of Wales Island), Thomas Stamford Raffles, der den holländischen Besitzungen schon längere Zeit besondere Aufmerksamkeit geschenkt hatte, unternahm es, Beziehungen mit den Fürsten Javas anzuknüpfen und alles vorzubereiten. Im Februar 1811 teilte ihm der Generalgouverneur mit, daß die ostindische Kompagnie mit der Eroberung Javas einverstanden sei. Sie wolle allerdings nur Zerstörung der holländischen Befestigungen und Bewaffnung der Eingeborenen gegen die Holländer ohne dauernde Festsetzung. Er hoffe aber, daß sie ihre Entschließungen noch ändern werde. Er selbst wolle die Expedition begleiten. Mitte April traf Lord Minto in der Tat in Penang ein, begab sich nach Malakka, wo die Flotte lag, und segelte von dort nach Batavia, das Anfang August 1811 in Sicht kam.
Die Holländer verfügten damals in Java im ganzen über 17 774 Mann Truppen, davon 2430 Europäer. Die meisten eingeborenen Soldaten waren gewaltsam zum Dienst gepreßt und durchaus unzuverlässig. Die Europäer litten sehr an Krankheiten. Die Hauptmacht, etwa 9000 Mann, lag in dem befestigten Lager Meester-Cornelis. Sie litt an geeigneten Lafetten und Munition Mangel. Das Schlimmste war, daß der oberste Kommandeur der Truppen, Generalmajor Jumel, seiner Aufgabe in keiner Weise gewachsen war.
Als die englische Flotte in Sicht kam, begnügte sich Janssens, Zerstörung der in den Packhäusern lagernden Waren anzuordnen, die zum Teil als Unterpfand für Anleihen dienten. Maßregeln, eine Landung zu hindern, wurden nicht getroffen. Die Engländer konnten diese in aller Ruhe vornehmen und unbelästigt mit 9000 Mann vor Batavia sich festsetzen. Der englische Kommandeur