Teil eines Werkes 
Bd. 5 (1903) Die Kolonialpolitik der Niederländer : mit einer Karte in Farbendruck / von Alfred Zimmermann
Entstehung
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Behandlung der eingeborenen Kaffeepflanzer.

liche Hemmung der Entwickelung des Kaffeebaues. Man mußte die Eingeborenen zwingen, neue Bäume zu pflanzen, und darüber wachen, daß sie nicht die vorhandenen zerstörten. 1729 wurden in Tferibon und Jacatra nur 520 580 Pfund geerntet. Man sah sich genötigt, in Jacatra den Preis auf 6 und 7 Rijksdaalders zu erhöhen. Trotz der wachsenden Nachfrage für Kaffee duldete die Kompagnie aber aus Furcht vor Mitbewerb und Verletzung ihres Monopols nicht die Ausbreitung der Kaffeekultur außerhalb ihres eigenen Macht­bereichs. Wie einst die Gewürze in den Molukken, wurden 1735 die Kaffeebäume im Gebiet des Soesoehoenan auf Grund eines 1733 mit ihm geschlossenen Vertrages ausgerottet. Dafür suchte man den Anbau von Pfeffer durch Angebot von 5 Rijksdaalders fürs Pikol und Zahlung von Prämien zu heben. Ungeachtet der Maß­regeln der Kompagnie wuchs aber die Kaffeeproduktion bald unauf­haltsam. 1738 lagerten in Batavia von den früheren Ernten 13 236 880'/s Pfund. Die Kompagnie ordnete daher in jenem Jahre Ausrottung der Hälfte aller Kaffeebäume und Zahlung des halben Preises in Form einer Rente von 4*/s pCt. an. In Tjeribon erwies sich die Ausführung dieser Anordnung als undurchführbar, da zu einflußreiche Leute betroffen worden wären. In Preanger und Jacatra setzte die Kompagnie ihre Absicht durch. Sie nahm fortan jährlich nur 21740 Pikols Kaffee ab. 1710 wurde die Menge auf 4 Millionen Pfund festgesetzt, wovon 1 500 000 Tjeribon, 2 500 000 Preanger und Jacatra liefern sollten.

Sechstes Kapitel.

Der Lhinesenausstand.

Wenn das Aufblühen der Kaffeekultur der Kompagnie nicht so großen Nutzen gebracht hat, wie man erwarten könnte, dürfte die Mißwirtschaft vieler ihrer Beamten daran nicht wenig Schuld ge­tragen haben. Der Gouverneur von Ceylon, Peter Vuyst, hat sich solcher Grausamkeiten gegen Europäer und Eingeborene und so großer Amtsmißbräuche schuldig gemacht, daß er 1730 in Batavia hingerichtet werden mußte. Der Gouverneur von Malakka steckte