Teil eines Werkes 
Bd. 5 (1903) Die Kolonialpolitik der Niederländer : mit einer Karte in Farbendruck / von Alfred Zimmermann
Entstehung
Seite
80
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dritter Geil.

Erstes Kapitel.

Ausdehnung der Herrschaft der ostindischen Kompagnie.

tröstete sich in Holland über das in Amerika und Afrika erlittene Mißgeschick mit den fortdauernden Erfolgen in Indien. Anfang 1646 starb der größte Feind der Holländer in Java, der Fürst von Mataram, der Soesoehoenan Hagoeng, kurz nach Antonio van Diemen. Sein Nachfolger, Soesoehoenan Mangkoerat, bot in Batavia Freilassung aller Gefangenen und Frieden an, falls die Niederländer den ersten Schritt tun wollten. Der Raad van Jndie ging darauf ein. Er sandte einen Beamten mit einer einst auf der Reise nach Mekka abgefangenen Gesandt­schaft nach Samarang und wechselte sie gegen die noch lebenden 33 gefangenen Holländer aus. Hierauf erschien eine Gesandt­schaft aus Mataram in Batavia mit einem Vertragsentwürfe, auf dessen Grundlage binnen kurzem eine Verständigung zustande kam. Die Kompagnie sollte danach jährlich eine Gesandtschaft zu dem Soesoehoenan abfertigen und ihm mitteilen, welche Waren aus fremden Ländern bei ihr eingetroffen wären. Sie verpflichtete sich, Personen, die aus Mataram nach anderen Ländern (d. h. Mekka) reisen wollten, auf ihren Schiffen zu befördern, dem Fürsten Hilfe gegen gemeinsame Feinde zu leisten und Handel von Mataram nach anderen Ländern zu gestatten. Nur die Molukken wurden hiervon ausgenommen, und für Fahrten nach und in die Gegend von Malakka holländische Pässe für nötig erklärt. Dafür versprach der Soesoehoenan Auslieferung aller Überläufer und Hilfe im Krieg.