Teil eines Werkes 
Bd. 5 (1903) Die Kolonialpolitik der Niederländer : mit einer Karte in Farbendruck / von Alfred Zimmermann
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Erwerb neuer Vorteile in Java.

lang je 800 Kojans Reis zu liefern. Ferner verpflichtete er sich, der Kompagnie so viel Reis, als sie brauchte, zum Marktpreis zu verkaufen, gestattete ihr Anlage von Faktoreien und Werkstätten und verbürgte Stellung von Arbeitern und Ausschluß aller von ihr nicht autori­sierten Europäer. Die Javanen sollten in Zukunft keinerlei Handel mehr treiben als im Osten nach Bali und Lombok, im Norden nach Borneo (bis Bandjermasin), im Westen an der Nordküste Javas bis zu den Lampongs und endlich mit Pässen der Kom­pagnie nach Ostsumatra und Malakka. Für Stationierung von 300 Mann holländischer Truppen in Kartasoera, versprach er neben freier Verpflegung monatlich 1300 Reichstaler. Der Krieg war damit indessen nicht zu Ende. Der geflüchtete Fürst fand Hilfe beim Soerapati von Malang, und es bedurfte mehrerer kostspieliger Feldzüge ins Innere, ehe man 1708 seiner Herr wurde. Er hat sein Leben als Gefangener in Ceylon beschlossen.

Fünftes Kapitel.

Beginn der Aaffeekultur auf Java.

Trotz der auf Java neu errungenen Vorteile blieb die finanzielle Lage der Kompagnie unbefriedigend. Die früheren Ursachen wirkten in dieser Hinsicht ungeschwächt weiter, und dazu kam, daß mit dem Wachsen der Macht Englands um jene Zeit es immer stärkeren Wettbewerb in Indien übte. Auch auf Java erschienen häufig seine Schisse, schmuggelten Opium ein und beförderten den heimlichen Handel der Beamten und Eingeborenen. Auf Vorschlag des General­gouverneurs van Hoorn wurde, um den Handel zu heben, der Verkehr mit China damals erleichtert. Konnte man die Eröffnung der chinesischen Häfen nicht durchsetzen, so bot doch die Ankunft zahlreicher chinesischer Schiffe und Waren in Java und ihr Verkauf gegen holländische und indische Erzeugnisse einen gewissen Ersatz. Dagegen fand sein Drängen auf Beförderung der weißen Besiedelung der Insel, um einen größeren und kräftigeren Markt zu gewinnen, bei der Kammer der Siebzehn so wenig Anklang wie frühere derartige Vorschläge. Er wie sein Nachfolger, Abraham