Teil eines Werkes 
Bd. 5 (1903) Die Kolonialpolitik der Niederländer : mit einer Karte in Farbendruck / von Alfred Zimmermann
Entstehung
Seite
95
Einzelbild herunterladen
 

Vernichtung der französischen Flotte.

95

Madras sitzenden, eifersüchtigen Engländer. Ende Dezember 1672 fand ein zweiter Angriff Golcondas auf Sän Thomck statt. Ob­wohl die Inder diesmal hartnäckig fochten, vermochten sie der Franzosen nicht Herr zu werden. De la Haye glückte es vielmehr, durch ein Bombardement des nahen Mazulipatam die Golcondaer so in Schrecken zu setzen, daß sie die Abtretung von Sän Thomö an­boten. Ehe ein formeller Vertrag darüber zustande kam, erschien indessen 1673 eine holländische Flotte vor Sau Thomck und griff es von der Seeseite an. Der Herrscher von Golconda brach auf diese Nachricht hin die Verhanolungen ab und schloß wieder von der Landseite die Franzosen ein. So begann eine langwierige Be­lagerung. Die Franzosen hielten sich tapfer, die Feinde gingen offenem Kampfe aus dem Wege, da sie sich des Erfolges sicher fühlten. Ende 1674, als die französische Macht auf 519 Mann zusammengeschmolzen war, gab de la Haye den Kampf auf und räumte die Stadt. Auf zwei von den Holländern geborgten Schiffen kehrte er nach Frankreich zurück und brachte dem König die Kunde vom Scheitern seiner hochfliegenden überseeischen Pläne.

Viertes Kapitel.

Kämpfe in )ava.

Die glänzenden Erfolge in Indien trugen nicht wenig dazu bei, Hollands Macht und Ansehen in Europa zu heben und es in stand zu setzen, den Angriffen Englands und Frankreichs erfolgreich zu widerstehen. Damals vermochte es im Frieden von Breda England zu zwingen, seine Schiffahrtsakte von 1651, die gerade darauf berechnet war, den holländischen Handel lahm zu legen, für die holländischen Frachten außer Kraft zu setzen. Die Kompagnie unter­stützte die Generalstaaten bei diesen Kriegen mit Kriegsschiffen und Geld. Ihr Kredit war unbeschränkt, da der Glaube wohl berechtigt schien, daß ihre Geschäfte in unvergleichlicher Blüte ständen. Wie die Aktenveröffentlichungen unserer Zeit indessen ergeben, war das keineswegs der Fall. Das Hanptkomptoir Batavia kostete oft mehr, als es einbrachte. 1676 beliefen sich seine Einnahmen auf