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Neue spanische Angriffe.
vorher auch noch die Insel Curayao der Koinpagnie in die Hände qefallen war, verfügte sie jetzt über ein ansehnliches Reich in Süd- amerika, für dSK ihr genügende Mittel aus der Wegnahme feindlicher Schiffe zuflössen.*)
Drittes Kapitel.
Graf Johann Moritz von Nassau-Liegen in Brasilien.
Gesichert war dieser Besitz noch nicht. Die Angriffe der Portugiesen hörten nicht auf. Die portugiesischen Einwohner waren unzufrieden über Ausschreitungen der verwilderten Söldner und Gewalttaten untergeordneter Beamter. Sie wollten es nicht dulden, daß die Holländer allen Sekten und Konfessionen Kultusfreiheit gewährten und zahlreiche Juden ins Land ließen. Es fehlte, da viele Westafrikanische Küstenplätze den Holländern gesperrt waren, an Negersklaven. Die Pflanzungen litten daher und gingen zurück. Oft regte sich Verrat, und es bedurfte größter Strenge, ihm zu steuern. Vor allem aber mußte man immer auf einen neuen, kräftigen Angriff von Spanien aus gefaßt sein. Kardinal Olivarez hatte einen solchen angesichts anderer Sorgen lange verschoben. Als er ihn angesichts der Fortschritte der Holländer und der immer lauteren Beschwerden der Portugiesen in Erwägung zog, verlangte der General, welcher einst Sän Salvador zurückerobert hatte, 12 000 Mann. Dazu hatte man nicht die Mittel. Nur 1700 Mann wurden Ende 1635 nach Brasilien unter Marschall Don Luis de Roxas abgesandt. Auf diese stieß Artichofsky, ein geborener Pole, dessen Familie ihres socinianischen Bekenntnisses wegen nach Holland seinerzeit ausgewandert war, Anfang 1636 bei Porto
*) Von 1623 bis 1636 hat die Kompagnie 647 feindliche Schiffe im Werte von etwa 6 710000 fl. gekapert und aus ihrer Ladung gegen 30 309 000 fl. gelöst. Ihrerseits hat die Gesellschaft in der genannten Zeit 806 Schiffe mit 67 000 Mann ins Feld gestellt und dafür gegen 45183 400 fl. verwendet. Dadurch und durch die jährliche Zahlung von Dividenden entstand ein Defizit, das 1636 schon 18 000000 fl. betrug. Man mußte deshalb damals von den Aktionären 6 pCt. erheben.