Teil eines Werkes 
Bd. 5 (1903) Die Kolonialpolitik der Niederländer : mit einer Karte in Farbendruck / von Alfred Zimmermann
Entstehung
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Weitere vergebliche Expeditionen.

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I. August Brasilien, sandte einen Teil der Flotte unter Veron nach Afrika, mit dem anderen ging er nach Westindien, kaperte spanische Schiffe, brannte die Stadt Puertorico nieder und nahm das Fort auf der Insel Margarita ein. Die Vermische Flotte versuchte umsonst das Fort Jörge d'Elmina an der Goldküste zu erobern. Die ganze holländische Seemacht erschien 1626 wieder an der heimischen Küste, ohne etwas Ernstliches ausgerichtet zu haben. Die gemachte Beute deckte bei weitem nicht die Kosten. Die Kom­pagnie, welche ihr Kapital inzwischen auf 18 Millionen erhöht hatte, sah sich in ihrem Weiterbestände bedroht, wenn ihr nicht bald ernstliche Erfolge zu teil wurden.

Zweites Kapitel.

Gründung des holländischen Reiches in Brasilien.

Damit schien es gute Wege zu haben. Einige Versuche, in Nordbrasilien Fuß zu fassen, scheiterten. Eine holländische Nieder­lassung am Amazonenstrom wurde von den Portugiesen zerstört. Auch in Sierra Leone wurde kein Erfolg erzielt. Erst Pieter Heyn gelang es 1627, neue Vorteile zu erringen. Er griff Bahia an, zerstörte einen Teil der portugiesischen Flotte in der Bai und kaperte verschiedene Handelsschiffe. Die von ihm gemachte Beute zusammen mit dem Ertrag anderer Kapereien füllte die Kassen der westindischen Kompagnie aufs neue und setzte sie instand, 1628 drei Geschwader auszurüsten. Alle errangen an der Küste Brasiliens und in Westindien Erfolge, vernichteten feindliche Kriegsschiffe und kaperten reichbeladene Kaufsahrer. Der Hauptstreich glückte wieder Pieter Heyn. Er fing an der Küste Kubas die spanische Silber­flotte ab und führte so der Kompagnie einen Gewinn von etwa 14'/? Millionen Gulden mit einem Schlage zu. Dazu warf der Handel mit Westafrika ansehnlichen Gewinn ab. Von 1629 bis 1636 ist von da Gold für 11 733 900 fl. und Elfenbein im Gewicht von 1 137 400 Pfund nach Holland eingeführt worden. Die Kompagnie konnte infolgedessen nicht allein eine Dividende von 50 pCt. verteilen,