Teil eines Werkes 
Bd. 2, Th. 1 (1898) Von den Anfängen bis zum Abfall der Vereinigten Staaten : mit drei farbigen Karten in Steindruck / von Alfred Zimmermann
Entstehung
Seite
361
Einzelbild herunterladen
 

Erste englische Fahrten nach Afrika.

361

Die Gesellschaft hatte sich dazu besonders aus Rücksicht auf ihren Chinahandel entschlossen, dem durch den Besitz der spanischen Inseln großer Vortheil entstanden wäre.

Elftes Kapitel. Aolonisationsversuche in Afrika.

Mit Afrika haben englische Kaufleute, verlockt durch die Er­folge Portugals, schon früh Beziehungen angeknüpft. Schon unter Heinrich VIII. sollen einzelne englische Schiffe Mengen Goldstaub und Elfenbein von der Guineaküste gebracht haben. Doch wagten die Engländer damals nicht, sich irgendwo in Westafrika dauernd festzusetzen, da Portugal auf Grund der päpstlichen Entscheidungen ganz Afrika als Eigenthum beanspruchte und mächtig genug war, seine Rechtstitel anderen Völkern gegenüber nachdrücklich geltend zu machen. Nur gelegentlich besuchten, wie erwähnt, englische Schiffe heimlich Afrikas Westküste, um dort Elfenbein, Gold und wohl auch Sklaven zu kaufen. Indessen brachte dieser Handel ihnen damals wenig Nutzen, da England noch keine Kolonien besaß, welche schwarze Arbeiter brauchten, und der Absatz der Sklaven in den spanischen Besitzungen, da er Monopol einer Gesellschaft war, Schwierigkeiten verursachte. Trotz der sinkenden Macht Portugals und trotzdem sein Recht auf Afrika von dem protestantisch gewordenen England nicht mehr anerkannt wurde, blieben daher die Fahrten von England nach Afrika vereinzelt.

1562 faßte John Hawkins den Plan, den Sklavenhandel in größerem Umfang in die Hand zu nehmen. Er rüstete vereint mit anderen Unternehmern drei Schiffe, belud sie in Guinea mit Negern und verkaufte diese mit Vortheil in Haiti. Die Königin Elisabeth soll dieses Geschäft gemißbilligt und Hawkins persönlich verboten haben, Neger ohne ihre Zustimmung nach Amerika zu schaffen,denn es wäre das verwerflich und würde des Himmels Strafe auf die Unternehmer Herabrufen." Doch verbot sie den Handel nicht aus­drücklich, und Leute wie Hawkins machten sich nicht viel aus Strafen des Himmels. Er setzte seine Fahrten ruhig fort, und andere Schiffer folgten seinem Beispiel. Die Portugiesen machten umsonst Anstrengungen, die Eindringlinge zu vertreiben, beschlagnahmten