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South Sea Bubbles.
ungeheuren Operationen besaß, derartig, daß ihre Aktien aus 319 stiegen. Die Regierung fand es sehr richtig, daß die Gesellschaft durch das Steigen ihrer Papiere für ihr weises Vorgehen belohnt werde, und sonnte sich in der Volksthümlichkeit, welche sie bei der spekulationslustigen Menge gewann. Im April 1720 wurde der letzte Vorschlag der Südsee-Gesellschaft vom Parlament angenommen. Der Rath Aislabfis, dem zuletzt wohl Angst wurde, das Geschäft gemeinsam mit der Bank of England zu machen, wurde von der Gesellschaft rund abgelehnt.
Vielfach hatte man geglaubt, daß die Besitzer der langfristigen Papiere sie nicht wieder hergeben würden. Aber das Spekulations- fiebcr hatte damals in England einen solchen Umfang gewonnen, daß, trotzdem die Gesellschaft für die Rückgabe dieser Schuldtitel nur den Betrag von 81/4 Jahresrenten bvt, innerhalb von sechs Tagen ihr schon etwa zwei Drittel der Papiere zum Umtausch angeboten wurden. Alle Welt wollte an den erwarteten Gewinnen der Company theilnehmen. Die erste Million Aktien, welche zur Zeichnung auf den Markt kam, wurde doppelt überzeichnet. Gerüchte von Abtretung einiger peruanischer Häfen, von Auffindung verborgener Schätze, von großartigen Plänen der Gesellschaft, welche binnen Kurzem die Majorität im Parlament besitzen werde, steigerten den Kurs der Aktien immer weiter. Die Direktion, in welche Männer höchsten Ranges eingetreten waren, beschloß für ein halbes Jahr eine Dividende von lO pCt. und gab so den übertriebenen Erwartungen neue Nahrung. Bald wurde sogar festgesetzt, daß die Dividende nie unter 50pCt. betragen dürfe! Kein Wunder, wenn die Aktien Anfang Juni 1720 schon auf 890 getrieben wurden und im August 1000 erreichten! Während derselben Zeit standen die Aktien der Bank auf 260, die der Ostindischen Company auf 445!
Eine Unmenge schwindelhafter Gründungen entstand, welche sich die Spielwuth des Volkes zu Nutze machte. Der Kronprinz, der Herzog von Chandos, der Graf von Westmoreland verschmähten es nicht, an die Spitze solcher Gesellschaften zu treten. Anderson*) zählt mehr als 100 solcher Gründungen auf, die großenteils so lächerlich sind, daß es kaum glaublich scheint, daß sie Theilnehmer gefunden haben. Es gab darunter Gesellschaften „zur Gewinnung
*) Uistoi')' ok OOMINMLS.