Teil eines Werkes 
Bd. 2, Th. 1 (1898) Von den Anfängen bis zum Abfall der Vereinigten Staaten : mit drei farbigen Karten in Steindruck / von Alfred Zimmermann
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Drittes Kapitel.

Rrieg mit Spanien.

Von jeher hatten Spaniens reiche Besitzungen in Süd- und Mittelamerika die Habgier der englischen Seefahrer und Kaufleute gereizt. Ungezählte Male hatten sie die dortigen Hafenstädte über­fallen und ausgeplündert, nicht weniger oft die spanischen Schiffe weggenommen. Die Friedensverträge von 1667 und 1670, in denen beide Theile ihre damaligen Besitzungen in Amerika gegenseitig an­erkannten, thaten, obwohl Spanien damit auf verschiedene Kolonien verzichtete, den Wünschen der Engländer kein Genüge. Denn darin war ausdrücklich festgesetzt, daß die Schisse und Kaufleute jedes Theils die Besitzungen des anderen nicht besuchen dürften. Nur im Falle von Havarien, Sturm oder Verfolgung durch Seeräuber und Feinde sollte es einem Theile erlaubt sein, einen Hafen des anderen aufzusuchen. Die Spanier brachten damit kein Opfer, denn sie be­saßen nur noch wenige Schiffe und hatten keine Neigung, die eng­lischen Kolonien anzulaufen. Den Engländern war aber am Verkehr mit den spanischen Besitzungen sehr viel gelegen. Unbekümmert um die Verträge trieben sie daher besonders von den südlichen Kolonien in Nordamerika und von Westindien aus fortgesetzt umfangreichen Schleichhandel mit den spanischen Kolonien. Die Spanier ihrerseits halfen sich durch Unterhaltung von Küstenkreuzern, Guarda Costas, und Wegnahme aller verdächtigen englischen Fahrzeuge. Den Be­satzungen der letzteren erging es dabei begreiflicherweise oft recht übel von Seiten der grausamen Südländer, was in England jedesmal großes Geschrei erregte.

Gegen 1689 gelang es der englischen Diplomatie, Spanien zum Abschluß einer Vereinbarung zu bewegen, wonach Letzteres englischen Sklavenhändlern auf Jamaika das Recht zur Lieferung einer be­stimmten Anzahl Negersklaven nach seinen westindischen Kolonien ertheilte. Diese Sklavenlieferungen erleichterten den Waarenschmuggel nach den spanischen Besitzungen, und das Abkommen erregte daher in England frohe Hoffnungen. Um so größer war die Bestürzung, als 1700 bei Carlos II. Tod der König von Frankreich den Thron Spaniens in Anspruch nahm. Gestützt auf Frankreichs Macht, wäre Spanien mit einem Schlage in der Lage gewesen, in seinen Kolonien