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Entstehung der East Jndia-Company.
fanden noch zwei Expeditionen dahin statt. Die eine war von Luke Fox geführt, dem es gelang, durch den Fox-Kanal bis über den Polarkreis vorzudringen. Die zweite unter Kapitän Thomas James brachte keinerlei neue Ergebnisse, da das Schiff nicht über die Hudson-Bay hinaus kam.
Viertes Kapitel.
Die ersten Unternehmungen in Ostindien.
Außer in Amerika hat England im ersten Viertel des 17. Jahrhunderts auch in Asien bereits den Grund zu seiner Kolonialmacht gelegt. Die Schwierigkeiten, die sich ihm hierbei entgegenstellten, waren größer als die, welche es in Amerika zu besiegen hatte. Nicht allein galt es, die monatelange gefährliche Fahrt um Afrika herum durch das den englischen Seefahrern damals der Mehrzahl nach unbekannte Indische Meer auszuführen, sondern es mußte auch darauf Bedacht genommen werden, den starken spanischen und portugiesischen Kriegsschiffen aus dem Wege zu gehen und in Indien nicht in die Hände der dortigen Garnisonen und Verbündeten Portugals zu fallen. Dazu fehlte es noch sehr au Karten und Beschreibungen Indiens. — Der erste 1591 von Raymond und Lancaster ausgeführte Versuch, mit Indien in direkte Beziehungen zu treten, scheiterte, wie erwähnt, an diesen Schwierigkeiten. Eine zweite von Cornelius Houtman 1596 unternommene Fahrt nach Indien hatte ebenso wenig klingenden Erfolg. Aber diese Erfahrungen vermochten die englischen Kaufleute nicht abzuschrecken. Zu verlockend waren für sie die Schätze, welche sich auf den gelegentlich in englische Hände gefallenen portugiesischen Jndienfahrern vorgefunden hatten, und zu groß der Neid, welchen der glückliche Erfolg der ersten Unternehmungen Hollands in Indien bei der englischen Handelswelt erweckte.
Im Herbst 1599 traten zu London eine Reihe von Kaufleuten mit dem Lordmayor und verschiedenen Aldermen zusammen, um gemeinsam einige Schiffe nach Indien zu senden. Sie zeichneten 30 133 Pfund Sterling für die Kosten des Unternehmens, welches lediglich den Verkauf englischer und Einkauf indischer Landeserzeugnisse bezweckte. In der ersten Versammlung wurden 15 der Zeichner