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Deutschlands Kolonien : Koloniales Lesebuch für Schule und Haus ; Beschreibung der deutschen Schutzgebiete nebst einer Auswahl aus der kolonialen Literatur / von A. Seidel.
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II. Der Bismarckarchipel und die Salomonen.

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unter Siegesgeheul in die Kanus gebracht, um als Festbraten für eine künftige Gelegenheit aufgehoben zu werden. Der Kutter wurde völlig ausgeraubt und auf den Strand gesetzt, wo wir bei unserer Straf- cxpedition 1899 noch die Überreste von ihm vorfanden. Der Leichnam des Kapitäns wurde in das Meer geworfen, die Leiche des ermordeten Buka- jnngen dagegen mitgenommen und einem befreundeten Stamm als Fest- geschenk überwiesen, welcher alsbald einen Kannibalenschmaus veranstal­tete. Die Mordbande von Timbuz war offenbar im Vertrauen auf die in Gestalt der drei Gefangenen noch zur Verfügung stehenden Speisen so generös gewesen. Doch gelang es den Gefangenen glücklicherweise noch in derselben Nacht, als die Wachsamkeit der siegestrunkenen Wilden ein­geschläfert war, zu entfliehen und nach mancherlei Fährnissen von einem an der Küste passierenden Arbeiterschiff aufgenommen zu werden.

Die Bewohner der Admiralitätsinseln.

Infolge der beständigen Kämpfe der Manns untereinander und mit den Usiai (Nichtpfahlbautenbewohner) sind die Stämme wenig zahlreich. In einigen Orten, wie Pere, Tchabele sollte die Anzahl der waffenfähigen Männer nach den mir von Manns gemachten Angaben je etwa 50 bis 60 betragen, in anderen Orten sollte sie noch geringer sein. Der Manusort Lotja sollte vor kurzer Zeit von Usiai überfallen sein, wobei angeblich sämtliche erwachsenen Männer bis auf fünf erschlagen wurden. Die Zahl der waffenfähigen Sspessaleute, welche wir bei unserer Expedition und bei unserem Besuch auf der Inselgruppe zu Gesicht bekamen, blieb hinter 50 zurück. Zahlreicher waren die Mokmandrianleute und die größte Zahl von Bewohnern sollte Büke (Znckerhutinsel) ausweisen. Die von uns gesehenen Pfahlbautendörfer wiesen in keinem Fall mehr als etwa 20 bis 30 Häuser auf, denen sich allerdings auf dem Lande zerstreut liegende Gehöfte anschlössen.

Die Usiai sind bedeutend zahlreicher. Die Zahl der auf Pituln wohnenden Eingeborenen wurde auf etwa 2000 geschätzt, auch in anderen Teilen der Inselgruppe sollten sie an Zahl die Manus weit überragen. Trotzdem nehmen die Manus eine herrschende Stellung in der Admira­litätsgruppe ein. Au vielen Stellen scheint eine Art Tributpflicht der umwohnenden Usiai gegen die Manns zu bestehen. Letztere beschäftigen sich außer mit der Kriegführung besonders mit Fischfang, während der Anbau vou Jams, Taro, Bananen und anderen Früchten von den Usiais betrieben wird. Die Usiai haben vor den verschlageneren und in der Seefahrt weit überlegenen Manus, welche beständig alle erreichbaren

Z Dr. Heinrich Schnee:Bilder aus der Südsee". Mit 37 Abbildungen und einer großen Karte. Eleg. gebd. 12 M. Mit gütiger Erlaubnis des Ver­lages von Dietrich Reimer (Ernst Vohsen), Berlin.

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