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Deutschlands Kolonien : Koloniales Lesebuch für Schule und Haus ; Beschreibung der deutschen Schutzgebiete nebst einer Auswahl aus der kolonialen Literatur / von A. Seidel.
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II. Der Bismarckarchipel und die Salomonen.

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der Geiser das kochende Wasser emporzuschleudern, und mit lautem Fauchen schoß ein über meterstarker Strahl in die Höhe, daß rings der Boden bebte. Die massive Säule löste sich in einer gewissen Höhe in einen starken Sprühregen auf, der vom Winde seitlich über den Kraterrand hinausgeschleudert wurde. Bis zu 12 in Höhe sahen wir die Wassermassen geschleudert, alles um sich her in dichte Dampfwolken hüllend. Eine Zeitlang hielt der Ausbruch an, wurde dann schwächer^ der Sprudel fiel in sich zusammen, und ziemlich schnell hatte sich der Geiser beruhigt; das Wasser sank wieder in die Tiefe und sammelte sich zum nächsten Ansbruch.

Die Dauer der einzelnen Eruptionen und der Pausen zwischen ihnen schwankt beständig und ist anscheinend unberechenbar. Das Wasser hat eine Temperatur von etwa 100° 0 und salzigen Geschmack. Dieser Hanptgeiser trägt den Namen Robert Kochs, der gelegentlich seiner Südseereise einen Ausflug dorthin machte.

Univeit von diesem Geiser liegen zwei weitere Quellen dicht bei­einander mit einer Öffnung von 2 bis 3 m Durchmesser. Die eine wirft Wasser bis zu 3 m Höhe, während die andere, die einen sehr tief ge­legenen Wasserspiegel besitzt, nur Dampfwolken ausstößt. In ihr kochten wir unsere Konserven, die wir mit einer Liane an einem langen Stocke befestigt hatten. Am Ende des Feldes liegt der letzte Geiser, der sich einen meterhohen Sinterkegel gebaut hat. Man kann dicht an ihn heran­treten, da er nicht speit, und erblickt in einer zerrissenen Felshöhle die dnrcheinnnderstürzenden Wassermassen. In der Nähe dieses Kraters lagen etliche völlig versinterte Baumstämme. Auch auf den angrenzen­den bewaldeten Höhen lagen bewaldete Sinterblöcke umher, und an ver­schiedenen Stellen stiegen aus Fumarolen kleine Dampfwolken auf. Es gelang uns in einigen Aufnahmen, auch in einem Kinematogramme, die Quellen in den verschiedenen Stadien ihrer Ansbrüche festzuhalten. Die Schiffsoffiziere fertigten eine genaue kartographische Aufnahme des- Geiser-Feldes an, damit an Hand dieser Karte spätere Veränderungen des vulkanischen Gebietes festgestellt werden können. Selbstverständlich wurden Wasser- und Gesteinproben mitgenommen.

Ein Ausbruch des Ghaie-Vulkans.

Im Norden der nach einem englischen Kriegsschiffe so benannten Blanchebucht erheben sich drei anscheinend erloschene Vulkane, die Mutter mit den beiden Töchtern; ihre Höhe ist sehr bedeutend. Der Verfasser ermittelte für die Mutter durch Messung mittels Kochthermometers 2241

i) Joachim Graf Pfeil:Studien und Beobachtungen aus der Süd­see", S. 170.