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Deutschlands Kolonien : Koloniales Lesebuch für Schule und Haus ; Beschreibung der deutschen Schutzgebiete nebst einer Auswahl aus der kolonialen Literatur / von A. Seidel.
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0. Die deutschen Schutzgebiete in der Südsee.

Bodengestalt. Bewässerung.

Der Bismarckarchipel im Verein mit den Salomonen stellt vermut­lich die letzten Erhebungen eines in die Meerestiefe versunkenen Land­komplexes dar. Die Hauptmasse derselben, die Inseln Neuhannover, Neumecklenburg und Salomonen bilden eine von Nordwesten nach Süd­osten verlaufende Kette von Eilanden, deren jede wiederum, schmal und lang gestreckt, die gleiche Streichrichtung ausweist. Zwischen dem nord­westlichen Teile dieser Kette und dem Kaiser Wilhelmsland ist ein tiefes Einbruchsüecken erkennbar, das im Süden von der Insel Nenpommern abgeschlossen und dessen Nordrand durch die Admiralitätsinseln bezeichnet ist. Die gewaltsamen Vorgänge des Erdinnern, die zu dem Versinken dieses mächtigen Gebietes Veranlassung gegeben haben, haben natürlich die Bildung zahlreicher Bruchspalten zur Folge gehabt, aus denen neue vulkanische Erhebungen emporgequollen sind. Daneben sind viele kleinere Inseln durch Korallenbildung entstanden.

Der deutsche Anteil an der Gruppe der Salomonen umfaßt haupt­sächlich die beiden Inseln Bougainville und Buka, die nur durch den schmalen, tiefen König Albertsund getrennt sind, vulkanischen Ursprungs zu sein scheinen und auf einen Flächeninhalt von etwa 10 000 pchin geschätzt werden. Das Innere der Bougainvilleinsel, die noch tätige Vul­kane zeigt, ist unerforscht. Die Insel ist in der Hauptsache gebirgig und erreicht im Kaiser- und Kronprinzengebirge Höhen bis über 3000 m. Die Küste fällt im Osten steil ab und besitzt bei Kap Laverdie und Numa- numa gute Ankerplätze. Die Westküste, welche den Gazellehafen ausweist, zeigt Sumpfbildung. Die Insel Buka ist in ihrem nördlichen Teile schmal und flach, in dem südlichen Teile gebirgig. Auch hier stürzt die Ostküste, der ein ununterbrochenes Riff vorgelagert ist, steil zur See ab. Die Westküste zeigt vielfach Mangrovensumpfbildungen.

Die Grünen Inseln, die den Übergang zu der Insel Neumecklenburg vermitteln, bestehen aus gehobenen Korallenkalken.

Die Insel Neumecklenburg (Neuirland), wohl 400 lang, bei einer Breite von 8 bis 40 Koa, zeigt eine Oberfläche von über 11000 cxlcm. Der Südwestrand fällt steil zum Meere ab. Die Nordostseite dacht sich allmählich zur Küste ab. Das Innere ist gebirgig, aber wenig bekannt. Das Schleinitzgebirge erreicht eine Höhe bis zu 1200, das Rosselgebirge bis zu 1000 m. Südlich von der Nordspitze Neumecklenburgs liegt die Korallenkalkinsel Djaul (Sandwichinsel).

Durch die Byronstraße von Neumecklenburg getrennt, schließt sich im Nordwesten die Insel Neuhannover als letztes Glied der Inselkette an. Sie hat einen Flächeninhalt von etwa 1400 Dem leicht gewellten

Bergland des Innern ist eine mit Urwald bedeckte Ebene vorgelagert. Im Südwesten zeigt das Land Neigung zur Sumpfbildung.