IV. Togo.
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günstigen Stellen zu passieren. Aber das dritte! Meine Messungen ergaben einen Höhenunterschied von 1,50 in, dabei graste Granitblöcke im Wasser. Air der Insel vor dem Katarakt wird noch einmal gehalten, die Lasten werden aufgebunden, dann ging es fort, pfeilschnell den tosenden Fluten entgegen. Ich selbst führte das Steuer mit einem Soldaten. Nun waren wir mitten in dem Gischt. Einen bangen Augenblick hing der vordere Teil der Fähre in der Luft, dieselbe knarrte und stöhnte, die Stricke rissen znm Teil. Mit äusserster Kraft stemmten wir gegen das Steuer, ein Ruck, ein Gekrache, und wir tanzten unterhalb des Wassersalles mit zerbrochenem Ruder, Sonnendach, ein Loch im Kann- boden und beinahe alle Querriegel zerbrochen. Noch fünf Minuten und wir landeten 5 Uhr abends an einer Sandbank. Dort schlugen wir, sehr erschöpft, unser Nachtlager auf. Uhr schlief alles unter dein Brausen der Katarakte.
Die Ölpalme. *)
Die Ölpalme ist beheimatet in Westafrika etwa zwischen 14° nördl. und 10 0 südlicher Breite, in Ostafrika am Tanganyka nachgewiesen. Sie ist eine einhäusige Fiederpalme mit 2^—6 in langen Fiederblättern. Ihr Stamm wird bis 20 in hoch. Im 3. Jahre fängt sie an zu blühen; im 5. Jahre beginnen die Erträge, die sich bis etwa zum 10. Jahre steigern. Nachgewiesenermaßen trägt sie länger als 20 Jahre.
Die Früchte sitzen zu 200—1200 an einer dicken holzigen Achse. Die Fruchtstände sind zwischen Stamm und Blattstielen fest eingeklemmt. Ein großes ausgereiftes Fruchtbündel wiegt bis 40 l^. Eure Palme trägt durchschnittlich jährlich 6—8 Fruchtbündel, aber auch bis 25. Die einzelnen Früchte sind etwa so groß wie eine Walnuß, ca. 3—5 om lang und 2—3 am breit, doch ist die Größe und das Gewicht verschieden je nach Sorte, Klima, Boden und Behandlung. Die Früchte brauchen 5 Monate bis zur Reife, sind erst dunkelschwarz, werden dann rot. Die Frucht besteht aus einem innern Kerne, der in einer mehr oder minder harten Schale sitzt und von einem faserigen Fruchtfleische umgeben wird. Sowohl das Fruchtfleisch als auch der Kern enthalten ein feines wohlschmeckendes Öl, das schon bei kühlerer Temperatur erstarrt. Es findet Verwendung als Speiseöl, als Zusatz zum Provence- öl, in der Kunstbutter-, Seifen-, Lichtefabrikation. Es gibt viele verschiedene Sorten, die aber nicht immer ihre guten Eigenschaften vererben. Dickes, recht ölhaltiges Fruchtfleisch mit feinen Fasern, dünner, mit den Zähnen aufzubeißender Kernschale und großer, zarter, rostfarbener bis weißer Kern sind die Merkmale einer guten Varietät.
Die Ölpalme gedeiht gut bis zu einer Meereshöhe von 1000 in;
Z Aus: Geo A. Schmidt, Flugblatt Nr. 3 des „Pflanzer". Mit gütiger Erlaubnis des Kaiserl. Gouverneurs v. Deutsch-Ostafrika.