IV. Togo.
163
b-
so
ist
ad
so
ht
m
ht
>ie
at
er
irr
an
nß
ls-
as
ies
rst
ll-
ech.
ei
lte
Sie
eit
ine
cht
»in
:en
ig-
zer
>en
so
ein
ne,
err-
itt-
fen
ulld lassen bei der hoheil Temperatur, die in einer solchen afrikanischeil Schmiede herrscht, den nötigen Luftzug ein. Hier schwingt nun der schwarze Meister regelrecht seinen Hammer, und der Geselle zieht emsig den Blasebalg. Fast alle Werkzeuge, die man in dieser afrikanischen Schmiede bemerkt, sind europäischen Fabrikats. Jedoch liegt gerade hierin insofern Interesse, als man daraus ersieht, wie weit schon die europäische Kultur vorgedrungen ist, und in welcher Weise diese Werkzeuge voll den schwarzen Meistern gehaudhabt werden. Wir bemerken in der Hütte einen Amboß, einen Schraubstock und einen Blasebalg. Auch. finden wir hier schon Blecheimer, in denen das nötige Wasser zur Abkühlung des erhitzten Eisens bereit gehalten wird. Überall liegen Stein- schloßflinten und Hacken zur Reparatur umher. Unter den Schlägen des Hammers werden meist Messer oder Hacken zur Bearbeitung des Bodens angefertigt oder geschärft. Mit dein Zunehmen der Einfuhr von Flinten aus Europa liegt natürlich auch dem Schmiedehandwerk die Instandhaltung dieser großen Steinschloßflinten ob. Der Schmied in Uo schien zwar nur ein einfacher Arbeiter zu sein, machte aber doch auf mich einen höchst intelligenten Eindruck. Das kluge Gesicht war von einem Knebelbart geschmückt; seine sehnigen Arme und die Muskeln, die aus dem leichteil Zeugschurz bei jeder Bewegung hervortraten, zeugten von der nervigen Kraft, die dieses Handwerk erfordert. Unvorteilhaft nahm sich dagegen das stupide Gesicht seines Gehilfen aus, der mechanisch den Blasebalg bewegte. Der Meister gab mir sofort über sein Handwerk in freundlicher Weise Auskunft und ließ sich gern bei seiner Arbeit von mir photographieren.
Fast alle Schmieden bestehen, wie wir schon gesehen haben, nur aus einem kleinen Schattendach, unter welchem die primitiven Geräte aufgestellt sind. Die meisten sind jedoch nicht so reich ausgestattet, wie die beschriebene Schmiede in Bo. Der Amboß besteht häufig nur aus einem großen Stein; der Blasebalg iß aus einigen Ziegen- oder Schaffellen mühsam zusammengeflickt, während allerdings europäische Hämmer uud Zangen fast in allen Schmieden des ganzen Ewhe-Gebietes uud darüber hinaus Eingang gefunden. Aber auch mit dem primitiven Handwerkszeug verstehen es die Leute, Messer, Schwerter, Ackergerätschafteu, häufig auch Schmucksachen aus eingeführten Metallen, Messing oder Silber, zu verfertigen. Auch zeugen die großen, durchbrochenen Fetischschwertec von der hohen Geschicklichkeit dieser schwarzen Schmiede.
Eine Otisahrt. i)
Freitag, den 24. November 1899, 6 Uhr 15 Minuten vormittags, setzt sich die Fähre in Bewegung. Der Oti^) ist 200 in breit und ohne
Z Vergl. Preil, Deutsche Kolonialzeitung 1900, S. 550.
2) Ein Nebenfluß des Volta.
11 *