Print 
Deutschlands Kolonien : Koloniales Lesebuch für Schule und Haus ; Beschreibung der deutschen Schutzgebiete nebst einer Auswahl aus der kolonialen Literatur / von A. Seidel.
Place and Date of Creation
Page
151
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image
 

IV. Togo.

151

Die Kolonie wird in acht Bezirksämter eingeteilt. Lome zählt jetzt be­reits über 6000 Einwohner; auch Anecho auf der Nehrung gelegen, hat sich erfreulich entwickelt. Dagegen gehen die übrigen Küstenplätze immer mehr zurück.

In Sebe, der früheren Hauptstadt, besteht eine fünfklassige Regie­rungsschule, ebenso in Lome, wo auch eine Handwerker- und eine Re­gierungsfortbildungsschule als Oberstufe für die Volksschulen Togos sich befindet. In Nuatjä hat die Regierung eine landwirtschaftliche Schule errichtet. Neben der norddeutschen (Bremer) Missionsgesellschaft wirken die Wesleyaner und die (katholische) Gesellschaft des Göttlichen Wortes (sogenannte Stehler Mission) mit gutem Erfolge für die Ausbreitung des Evangeliums, auch unterhalten sie zahlreiche Schulen.

d) Aus den Berichten der Reisenden und Forscher.

Durch das Agoine-Gebirge. *)

Die Straße nach Kpando führt nordwestlich über das Agome-Gebirge in das Tal des Volta. Der Weg, der von der Station angelegt ist, führt in Windungen in der großen Schlucht des Ähä bis auf den Franyois-Paß. Zu beiden Seiten des Weges ziehen sich die 700 bis 800 in hohen Bergzüge entlang, und ziemlich steil fällt die tiefe Schlucht ab, die hier der Ähä bildet. Ein dichter Laubwald bedeckt die Höhen und in großen Kehren führt der ziemlich breit angelegte Weg trotz der Steigung verhältnismäßig bequem auf den Paß. Eine lange Holzrinne leitet das Quellwasser bergab. Vor dem Wanderer türmen sich die steilen Höhen auf, hinter ihm entfaltet sich ein herrliches Landschaftsbild. Von den einzelnen Absätzen, die den Weg unterbrechen, hat er Gelegenheit, einen Rückblick ins Tal zu werfen und von den Bergen von Agome Abschied zu nehmen. In einer Höhe von fast 600 m liegt die große Schlucht des Ähä vor ihm, die nach Süden hin den Gebirgsstock teilt; zu seinen Füßen blinken ab und zu die winzigen Häuser der Station, und weithin ziehen sich die Bergketten, bis sie allmählich in das weite Tal übergehen. In zauberhafter Ferne erglänzt der Agu und belebt mit seinen hohen Gipfeln die weite Ebene, welche den Horizont abschließt. Plötzlich öffnen sich die Berge nach Norden, und wir befinden uns auf dem kleinen Plateau des Passes. An den nördlichen Abhängen liegen noch kleine Hütten, in denen die Handwerker der Station wohnen. Wir berühren hier die nördliche und südliche Wasserscheide und verlassen somit die Täler des Ähä; vor uns nehmen die Quellen des Tii oder Kolli ihren Lauf zur Ebene und durchschneiden in tiefen Schluchten die Ge­birgsketten in fast nördlicher Richtung.

i) H. Klose:Togo unter deutscher Flagge." S. 192