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Deutschlands Kolonien : Koloniales Lesebuch für Schule und Haus ; Beschreibung der deutschen Schutzgebiete nebst einer Auswahl aus der kolonialen Literatur / von A. Seidel.
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IV. Togo.

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in der Töpferei, Weberei und Flechterei einen wohlverdienten Ruf. Auch vermitteln sie den Handelsverkehr zwischen der Küste und den Stämmen des Binnenlandes. Die Gebirgsstämme haben die Schmiede- kunst nicht unerheblich entwickelt. Unter den Binnenstämmen wird Han­del, Ackerbau, Viehzucht und Gewerbetätigkeit in hohem Grade gepflegt. Die Mossi sind als Eselzüchter und Weber besonders bekannt, die Tschautyo treiben Pferdezucht, die Salagaleute widmen sich dem Handel. Zahl­reiche Haussakarawanen durchziehen das Land.

Produktion des Landes, Gewerbefleisz.

Die Haupterzeugnisse sind hier wie in Kamerun Palmöl und Palm- kerne; dazu kommen Kokosnüsse, Kopra (der getrocknete Kern der Kokos­nuß), Kautschuk, Erdnüsse, Mais, Nutzfasern (besonders von Wein­palmen), Kolanüsse und einige Nutzhölzer.

Der Anbau von Baumwolle, mit dem seit 1901 Versuche gemacht worden sind, hat sich durchaus bewährt und nimmt einen geradezu er­staunlichen Aufschwung. Einer besonderen Förderung erfreut sich derselbe durch die vom Kolonialwirtschaftlichen Komitee errichteten und jetzt von der Regierung übernommenen Baumwollschule zu Nuatjä, die jetzt zu einer landwirtschaftlichen Schule erweitert ist. Nach dreijährigem er­folgreichen Besuch erhalten die Schüler 8 Hektar Land zur eigenen Be­wirtschaftung und Ackergeräte.

Ackerbau ist im ganzen Schutzgebiet verbreitet; hauptsächlich werden Mais, in der Nähe des Gebirges Reis und außerdem Bananen, Planten, Jams, Süßkartoffeln, Taro, Kassada, Kohl, Spinat, Hirse, Bohnen, Zuckerrohr und viele Obstarten angebaut, auf der Hochebene des Innern auch Tabak und Baumwolle gezogen.

Die Plantagen der Europäer liefern Kautschuk, Kakao und die Pro­dukte der Kokospalme. Bon der Blüte des Ackerbaues gab die aus Anlaß der Eröffnung der Eisenbahn Lome-Palime vom 27.31. Januar 1907 veranstaltete erste landwirtschaftliche Ausstellung zu Palime ein beredtes Zeugnis.

Auch Viehzucht wird überall getrieben, aber selten in größerem Um­fange oder nach rationellen Grundsätzen. Das Rind findet sich in drei Arten; sonst werden Schafe, Schweine, Ziegen, Hühner, Truthühner, Perlhühner, Tauben gehalten, auf dem Binnenplateau auch Pferde und Esel gezüchtet. Der Fischfang wird eifrig betrieben, und der Fischhandel spielt daher eine ziemlich bedeutende Rolle. Der Jagd widmet sich be­rufsmäßig besonders die Bevölkerung der Hochebene.

An nutzbaren Mineralien finden sich in Togo Gold, dessen Ab­bau sich vorläufig allerdings nicht lohnt, und Eisen. Die Eisenerzlager von Banjeli sollen etwa 50 Prozent reines Metall enthalten.Die Ge-