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Deutschlands Kolonien : Koloniales Lesebuch für Schule und Haus ; Beschreibung der deutschen Schutzgebiete nebst einer Auswahl aus der kolonialen Literatur / von A. Seidel.
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IV. Togo.

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In den Sommermonaten herrschen infolge der starken Erhitzung des Bodens der Sahara an der ganzen Guineaküste kühle und feuchte Süd- und Südwestwinde, im Winter trockene Nord- und Nordostwinde, letztere mitunter in Form des große Staubmassen mit sich führenden außer­ordentlich trockenen Harmatans.

Zwar sind die Seewinde des Sommers und das Fehlen des in Ost­afrika und in Kamerun auftretenden Mangrovedickichts der Küste von günstigem Einfluß auf die Gesundheitsverhältnisse. Aber die nach der Negenzeir an der Küste und auch an vielen Stellen des Innern auf­tretenden Fieberkrankheiten (in der schwersten Form als Schwarzwasser­fieber) machen das Land dennoch ungesund. Sonst sind Leber- und Milz­krankheiten, Aussatz, Genickstarre, Ruhr, Augenübel und eine alsRoter Hund'' bekannte Hautkrankheit häufig. Im Norden scheint auch die Schlafkrankheit und an der Küste seit 1903 das Gelbe Fieber einziehen zu wollen. Die Pockenepidemien der Eingeborenen werden in neuerer Zeit durch regelmäßige Impfungen erfolgreich bekämpft. In Anecho ist im Jahre 1894 das Nachtigal-Krankenhaus errichtet worden.

Pflanzen- und Tierwelt.

Die hin- und herwogende Gewalt des brandenden Meeres läßt auf dem Sandstreifen der Küste keine Vegetation aufkommen. Das Dorn- buschdickicht des dahinter liegenden Walles ist bereits erwähnt worden. Die sumpfigen und sandigen Ufer der Lagune sind mit Gestrüpp aller Art umkränzt. Die Savanne ist mit 3 m hohem Gras bestanden und wird hin und wieder von Waldinseln oder einzelstehenden Stämmen der charak­teristischen Steppenbäume (Asfenbrotbaum, Fächerpalme, Weinpalme, Seidenwollbaum) unterbrochen.

Die Flußläufe in der Steppe werden von schmalen Galeriewäldern eingefaßt. An der Küste sind in zerstreuten Beständen wohl 200 000 Kokosbäume nach und nach angepflanzt worden; sie ziehen sich auch noch weit ins Binnenland hinein. Wildwachsend und angebaut findet sich ferner zum großen Teil in dichten Wäldern von der Küste bis zum Fuße des Gebirges die wirtschaftlich unschätzbare Olpalme. Die Gebirgshänge sind mit dichtem Urwald bedeckt, die Kuppen und Kämme mit Gras bestanden. Die wellige Grasebene des Binnenplateaus zeigt niedrigeren Graswuchs und verkrüppelten Baumbestand. Waldiuseln und Galeriewälder bestehen aus Akazien, Tamarinden, Seidenwollbäumen, Schibutterbäumen, Delebpalmen u. a. Auch hier fehlt der charak­teristische Asfenbrotbaum nicht.

Die Lagune ist reich au Fischen, auch Krokodile sind hier wie in den Flüssen häufig. Ungezählte Scharen von Wasservögeln tummeln sich im Rohre, dagegen sind größere Säugetiere hier wie in der dicht bevöl-

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