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Deutschlands Kolonien : Koloniales Lesebuch für Schule und Haus ; Beschreibung der deutschen Schutzgebiete nebst einer Auswahl aus der kolonialen Literatur / von A. Seidel.
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Die afrikanischen Schutzgebiete.

Der Fuchs und sein Weib kamen herzu; als sie aber die Fußspurew des Löwen sahen, schickte der Fuchs sein Weib zurück. Er selbst folgte

den Fußspuren und sah, daß sie in sein Haus führten. Da dachte er'

Oho, Löwe, du bist darin." Dann ging er vorsichtig zurück und rief aus einiger Entfernung:Guten Tag, Haus! Guten Tag, Haus!" Er erhielt aber keine Antwort. Da sprach er laut:Was ist das?' Wenn ich sonst komme und dem HauseGuten Tag" wünsche, so ant­wortet es mir. Wahrscheinlich ist heute jemand darin." Der Löwe ließ sich fangen und antwortete:Guten Tag!"

Da lachte der Fuchs und sprach :Oho, Löwe, dacht' ich's doch, daß,

du darin wärst, um mich zu fressen. Wo hast du denn je gehört, daß.

ein Haus sprechen kann?" Der Löwe antwortete:Warte ein wenig, ich komme und sage es dir." Der Fuchs aber machte sich davon, und, obwohl der Löwe ihn verfolgte, holte er ihn nicht ein. Da sprach er zu deu Leuten:Der Fuchs hat mich überwunden, ich will ihn künftig, in Ruhe lassen."

Mais- und Sorghum-Kultur der Wanyamwcsi. *)

Die Aussaat von Sorghum und Mais geschieht meist gleichzeitig auf demselben Acker, indem man zuerst Sorghum und dann etwas weiter- stehend Maiskörner einlegt. Sorghum gedeiht am besten im roten, fetten Laterit, verlangt aber während drei bis dreieinhalb Monat regelmäßige Regengüsse, auch im Glimmertou, weuu dieser nicht zulange unter Wasser steht. Mais verlangt schweren fetten Boden und viel Feuchtigkeit. Der­selbe bedarf zweieinhalb, höchstens drei Monate zur Reife und wird Ende März bis Anfang April geerntet, wobei eine Pflanze oft drei bis vier Kolben zur Reife bringt. Aul besten gedeiht er in dem wasserreichen Kawende. Die Kolben werden übrigens schon vor der vollständigen Reise vielfach genossen und gelten gekocht oder geröstet als Leckerbissen.

Die Männer beteiligten sich, nachdem die Aussaat gemacht ist, nicht mehr ail der Arbeit, wenn sie nicht die Felder zum Schuhe gegen Wild, wie Schweine und Büffel, mit einem Vs ^ tiefen, jedoch nur spann- breiten Graben umziehen, dessen ausgehobene Erde nach der Seite, des Feldes geworfen wird in V2 m Höhe. Gegen Schweine genügt auch das Aufstecken von Dornen. Die Feldfrüchte sind dann voll­kommen gegen diese Tiere geschützt. In weiten Zwischenräumen werden besonders da, wo Fußpfade entlang führen, Fallgruben mit eingesenkten spitzen Pfählen angebracht. In Gegenden, wo große Büffelherden existieren, muß der Wall noch etwas erhöht und eine sehr starke, brust- hohe Palisadenzäunung errichtet werden. Die weiteren Arbeiten über-

i) P. Reichard:Deutsch-Ostafrika", S. 376.