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Deutschlands Kolonien : Koloniales Lesebuch für Schule und Haus ; Beschreibung der deutschen Schutzgebiete nebst einer Auswahl aus der kolonialen Literatur / von A. Seidel.
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Die afrikanischen Schutzgebiete.

ist ebenso vorzüglich wie seine Milch. Und da auch die Beschaffenheit des Erdbodens nichts zu wünschen übrig läßt, so steht es fest, daß hier ein ganz neues, großes Absatzgebiet geschaffen werden könnte.

Die Araber, i)

Die Araber, welche an der Tangaküste leben, scheiden sich in zwei Gruppen: in Leute aus Oman und solche aus Hadramaut. Erstere, die bisherigen Herren des Landes, sind es, die von den Schwarzen allein alsWaarabu" bezeichnet werden. Sie leben in größerer Zahl in Pangani und Wanga, ziemlich zahlreich in Tanga, an der übrigen Küste findet man nur einige von ihnen in Mtangata, einen einzigen in Mnoa. Ihre ziemlich wechselnde Gesamtzahl dürfte 300 bis 400 nicht übersteigen. Eine große Anzahl von ihnen ist in Oman geboren, diese sprechen Arabisch als Muttersprache. Da meines Wissens eine Vollblutaraberin an der Tangaküste nicht lebt, so kann von reinen, im Lande selbst geborenen Arabern nicht die Rede sein, um so mehr, als die Kinder der Surias?) sofort in die Kategorie der Suahili eingereiht werden. Dennoch findet man eine ganze Anzahl häufig, aber nicht immer dunkelgefärbter Leute, die sich ebenfalls Araber nennen und meist aus Pemba oder Sansibar stammen. Sie verstehen arabisch, sprechen jedoch Kisnahili als Mutter­sprache. So war der bekannte Buschiri bin Salim ein Pemba-Araber; der in Tanga aufgewachsene, .zu Saadani 1890 Hingerichtete Mohammed bin Chassim und sein Bruder Hamis bin Chassim (jetzt Jumbe von Tambarini) stammen von Sansibar usw. Vom Geschlechte der streit­baren Satrapen von Mombas, der Msara, leben auf deutschem Gebiet keine, wohl aber in Wanga einige wenige, dunkelfarbige, aber in den Zügen sehr reine Araber, die nur Kisnahili sprechen. Die echten Oman­leute sind meist licht gelbbraun gefärbt, hager und hochgewachsen. Wohl­beleibtheit deutet in den meisten Fällen Negerblut an. Sie haben die charakteristisch .semitischen, scharf geschnittenen Gesichtszüge und tragen Kinnbart, aber keinen Schnurrbart. Sie altern, wie es scheint, recht früh, eine Mittelstufe vom jungen Krieger zum greifen, weißbärtigen Patriarchen ist kaum vorhanden. Die Tracht gleicht jener der Suaheli, oder vielmehr letztere haben sie den Arabern entnommen, nur tragen fast alle Männer Turbans und den kurzen Sicheldolch im Gürtel, da es für den Freien schmachvoll gilt, unbewaffnet zu gehen.

Ihre Wohnungen gleichen jenen der Eingeborenen, nur selten erhebt sich einer bis zur Erbauung eines Steinhauses. Die Araber waren bis­her der hohe Adel im Lande, eine Menschenklasse, welche die Eingeborenen

1) O. Baumann, Usambara, S. 6466.

2) Nebcnfrauen.