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Deutschlands Kolonien : Koloniales Lesebuch für Schule und Haus ; Beschreibung der deutschen Schutzgebiete nebst einer Auswahl aus der kolonialen Literatur / von A. Seidel.
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Die afrikanischen Schutzgebiete.

kann, die von Tanga bis Aruscha südlich vorn Merubergc vollendet ist. Eine Südbahn von Kilwa oder Lindi nach Wiedhafen am Njassa- see Harm noch immer vergebens des Baues. Auf den drei großen Seen verkehren einige deutsche Dampfer, deren Zahl nach Vollendung der Eisenbahnen vermehrt werden wird. An der Küste vermitteln Regierungsdampfer den Verkehr.

Mit dem Mntterlande wird die Kolonie durch die Reichspost­dampfer der Deutsch-Ostafrikalinie verbunden, die alle drei Wochen auf der Haupt-, alle vier Wochen auf der Zwischenlinie verkehren; auch nach Bombay vermittelt diese Reederei den Verkehr. Postanstalten be­stehen bereits 47. Die Verbindung zwischen ihnen wird durch Eisen­bahnen, Dampfer, vorwiegend aber noch durch Boten vermittelt. An das Telegraphennetz sind 30 Orte angeschlossen. Muansa und Bukoba am Viktoriasee sind durch Funkentelegraphie beständig in gutem Ver­kehr. Telegramme aus Muansa können bei Tage in Daressalam Volt Schiffen aufgenommen werden. Von hier geht ein Unterseekabel nach Sansibar und vermittelt so den Anschluß an den internationalen Telegraphenverkehr. Die größeren Orte haben Ortsfernsprechnetze.

Verwaltung. Schule. Mission.

Der Gouverneur vereinigt in seiner Person die oberste Zivil- und Justizgewalt. Sein Vertreter ist gleichzeitig Kommandeur der aus 114 Offizieren und Ärzten, 129 Unteroffizieren, 5 Beamten sowie aus über 2500 farbigen Soldaten (Askaris) bestehenden Kaiserlichen Schutztruppe, die aus 14 Kompagnien und einer Maschinengewehrabteilung besteht.

Für die Zwecke der Verwaltung ist das gesamte Schutzgebiet in 17 Bezirksämter, 1 Bezirksnebenamt, 2 Militärbezirke und 3 Resi- denturen eingeteilt. Hauptstadt und Sitz des Gouverneurs ist Daressalam (24 000 Einw.), das an Einwohnerzahl von Tabora (40 000 Einw.) übertroffen wird. Andere bedeutende Orte sind Tanga, Pangani, Bagamoyo, Kilwa, Lindi an der Küste, Bukoba, Muansa, Schirati am Viktoriasee, Bismarckburg, Udjidji, Usumbura am Tanganika, Wied­hafen am Njassasee. In Amani im Gebiet der Nordbahn befindet sich ein biologisch-landwirtschaftliches Institut. Europäerschulen sind in Dar­essalam, Leganga und am Nordmeru; auch Missionsschulen für eurv- päische Kinder sind vorhanden, darunter die Karlsschule in Langen- burg, von einem ungenannten Wohltäter gestiftet, die es den Missionaren ermöglichen soll, ihre Kinder während der ersten Schuljahre in ihrer Nähe zu halten, und deren Unterricht der Gymnasiallehrplan zugrunde liegt.

Negierungsschulen für die Eingeborenen bestehen in Daressalem, Tabora, Tanga, Pangani, Bagamoyo, Kilwa, Lindi. Fast mit allen sind