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Die afrikanischen Schutzgebiete.
sich einige Völker hamitischen Ursprungs zum Teil mit nilotischer Beimischung. Das durch seine Räubereien gefürchtete Volk der Masai wird von Merker zu den Semiten gerechnet. Es hat in seinen religiösen Überlieferungen auffallende Anklänge an die Bücher Mosis.
Die Bevölkerung der Küste im engeren Sinne sind die Wasuaheli, ein Mischvolk aus den verschiedensten Jnlandstämmen und arabischem Blute. Sie sind im Gegensatz zu der Binnenbevölkeruug Mohammedaner und verdanken den Arabern eine Art Halbkultur. Ihre Sprache ist die Verkehrssprache in einem großen Teile des Schutzgebiets und darüber hinaus.
Außerdem fiuden sich in größerer Anzahl Araber, als Großgrundbesitzer und Karawanenhändler, sowie infolge des Übergewichts ihrer Kultur die vorherrschende Klasse, und Inder, als Großkaufleute und seßhafte Kleinhändler von großem Einfluß auf das gesamte Wirtschaftsleben.
An Europäern zählte die Kolonie Anfang 1911 4227 Einwohner, wovon 3113 deutsche Reichsangehörige waren. Von den erwachsenen Europäern waren 401 Regierungsbeamte, 195 Angehörige der Schutztruppe, 428 Geistliche uud Missionare, 683 Ansiedler, Farmer, 356 Techniker usw., 293 Handwerker, 318 Kaufleute usw.
Erzeugnisse des Landes. Gewerbefleifz.
Für die Wirtschaft des Schutzgebietes sind vorläufig noch Ackerbau und Viehzucht allein maßgebend. Für ihren eigenen Bedarf bauen die Eingeborenen Bohnen, Hirse, Mais, Reis, Maniok, Süßkartoffeln, Erdnüsse, Sesam, Erbsen, Bananen, Tabak, Zuckerrohr, Kokospalmen. Seitdem sich ihnen durch Vermehrung der Transportmöglichkeiten neue Absatzgebiete erschlossen haben, ist eine. Steigerung in der Erzeugung dieser Bodenfrüchte eingetreten, von denen Erdnüsse, Sesam, besonders aber Kokosnüsse als Kopra in erheblicher Menge ausgeführt werden. Baumwollenbau wird immer mehr Volkskultur. In Bukoba am Viktoria- see haben sich die Neger dem Kaffecbau, im Bezirk Langenburg dem Weizenbau zugewandt.
In den Europäerpflanzungen werden Kaffee, Sisalhanf, Kautschuk, Baumwolle, Kapok, Tabak, Pfeffer, Nelken neben europäischen Obst- und Gemüsesorten gewonnen. Eine geordnete Forstwirtschaft ist vorhanden. Schon sind 427 648 ba, Waldfläche reserviert, die in der Zukunft reichen Nutzen versprechen. Sie liefern Nutzholz, darunter das geschätzte Zedernholz, das Nürnberger Firmen schon zur Bleistiftfabrikation verwenden, auch Kautschuk und Mangroverinde.
Viehzucht treiben besonders die Bewohner von Ruanda lind die Masai. Das Rind findet sich in zwei Arten, als knrzhörniges Buckelrind und als langhörniges Watussirind. Die Zucht leidet erheblich