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Die afrikanischen Schutzgebiete.
aber Vorkehrungen getroffen, wodurch die Malaria bereits erheblich eingeschränkt wurde; auch gibt es Gegenden, wo sie seltener vorkommt, z. B. in den Bezirken Moschi, Jringa und Langenburg, und diese eignen sich für die Besiedelung mit Europäern. Auch Rheumatismus und Katarrhe der Luftwege sind häufige Erscheinungen bei den Europäern, seltener finden sich bei ihnen Ruhr und Typhus. — Unter den Eingeborenen herrschen Wurmkrankheit, Aussatz, und im Seengebiet Schlafkrankheit. Pest und Pocken treten dank der energischen Maßnahmen der Regierung (Impfen der Einwohner, systematische Rattenvertilgung) immer weniger auf. Die Aussätzigen werden in Lepradörfern und Heimen untergebracht. Schlafkranke in Schlafkrankheitslagern an den großen Seen gesammelt. Da die Verbreiterin dieser Krankheit, eure Stechfliege (OlasLinu palpulis) in dem Ufergebüsch von Seen und Flüssen ihre Schlupfwinkel hat, holzt man dieses ab. Der Erfolg davon ist so günstig, daß die Schlafkrankheit immer mehr abnimmt und in wenigen Jahren wohl aus dieser Kolonie verschwunden sein wird.
In Daressalam und in Tanga bestehen Gouvernementskrankenhäuser, iu ersterem Orte ist auch ein Hospital für Farbige. Stationskrankenhäuser und Polikliniken sind über das ganze Gebiet verbreitet. Segensreich wirkt auch das Lienhardt-Sanatorium in Wugiri in West- usambara für Weiße. Für das Pflegepersonal sorgt der Berliner „Frauenverein für Krankenpflege in den Kolonien".
Pflanzen- und Tierwelt.
Hinsichtlich der Pflanzenbedeckung sind zu unterscheiden die Küste, die Gebirgsländer und die Hochebene des Binnenlandes. Die feucht- warme Küste zeigt eine üppige Flora. Der Ufersaum wird von Mangroveu eingefaßt, den Dünensand bedeckt spärlicher Graswuchs. Dahinter aber erstreckt sich dichter Busch, untermischt mit unzähligen Kokospalmen, ferner mit Mangobäumen, Affenbrotbäumen, Kopalbäumen Barring- tonien usw. Dazwischen haben die Eingeborenen ihre Felder bestellt mit Hirse, Mais, Muhogo (Maniok), Zuckerrohr, Reis usw.
Die Randgebirge, welche die Feuchtigkeit des Indischen Ozeans auffangen, verdanken dieser besonders in den tieferen Schluchten eine reichliche Pflanzenbedeckung. Daher die üppige Fruchtbarkeit z. B. in den Gebieten Usambaras, in den Ulugurubergen, im Kondelande usw., ebenso in den Aufschüttungen im ostafrikanischen Graben, wie am Kili- mandjaro, am Meru und Gurui. Hier finden sich auch ausgedehnte Waldbestände, bestehend aus Wollbäumen, Sykomoren, Tamarinden, Kopalbäumen, Myombobäumen, Albizzien, Butterbüumen, verschiedenen Palmenarten, Bananen, Schlinggewächsen usw. In größerer Höhe finden sich auch Nadelhölzer.