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XXX.
Onlere kincker voercken xviecker cken Konnenkcbein gulei« Leiten leben!
Das ist ein prophetisches Wort. Fast nichts deutet r auf seine einstige Verwirklichung hin. Aber meine I Augen sind beim Hineinblicken in unseres Volkes s Seele so hell geworden, wie mein Herz froh und x guter Dinge ist, ja sein mutz.
Wohl weitz ich, datz der Riesenschaden nur lang- ^ sam zu heilen ist, und datz wir Alten uns weder an Z die neue Lage gewöhnen werden, noch auch mit eigenen i Augen in das helle Licht der Frohzukunft unserer j Kinder schauen dürfen.
Aber darum ist mein Wort doch nicht unwahr, i Auch wird es uns vergönnt sein, in den Abendjahren i unseres Lebens wenigstens den Saum der Morgen- i röte als Angeld für den kommenden Tag zu erblicken. ! Das mutz uns Alten genügen. Bis zu einem gewisssen
> Grad ist hier auch jeder seines Glückes Schmied. 2e nach eigenem Blick in die Zukunft dunkelt oder leuchtet
> es uns von dorther entgegen. Und darin besteht der große Unterschied zwischen uns und unsern Kindern: Wir sind gewaltsam unter die Last gebeugt, nachdem wir vorher herrlichste Zeiten gesehen haben! Uns ist scheinbar die Sonne untergegangen.
Unsere Kinder aber sind förmlich unter der Last geboren und leben sich so mit ihr zusammen, daß sie sie nicht mehr als Fremdkörper im Volksorganismus, sondern nur als eine, der möglichst baldigen Abstotzung
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