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Dona Francisca : 70 Jahre deutscher Kulturarbeit in Brasilien im Staate Santa Catharina / von Fritz Bühler
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Handlungen: Taufen, Trauungen und Beerdigungen mußten, soweit Reden in Frage kamen, portugiesisch vollzogen werden. Seit Sonntag Okuli 1918 wurden liturgische Gottesdienste erlaubt; nur die Predigt blieb an einigen Orten verboten. Da haben die Pastoren, denen wenigstens der religiöse Unterricht in der deut­schen Sprache belassen war, mit ihren Gemeinden dennoch gesegnete Gottesdienste gehalten, indem sie schönen Gesang gut zur Geltung kommen ließen und den dazwischengelegten Tertlektionen sorgfältig aus­gearbeitete Gebete in unserer Sprache folgen ließen. So bekam das Volk statt der Predigt doch eine Tert- auslegung. Wir können sagen: Als alles andere versagte, pflegte doch die lutherische Kirche noch das Deutschtum, wie sie es schon immer getan hat.

XXIV.

veulkcke Opkei-xvilligkeil.

Auch der Sinn und Wille für Wohltätigkeit ist eine Charaktereigenschaft unseres Volkes, über die doch einiges gesagt werden muß. Bei uns gibt es keine eigentlich armen Leute. Verarmung kann nur durch langes Siechtum des Ernährers oder durch dauernd unordentliches Leben herbeigeführt werden.

Jeder Arbeiter oder Tagelöhner erhält einen an­ständigen Lohn; er wohnt gewöhnlich irgendwo am Saum der Stadt in einem eigenen lichten Häuschen mit Garten und Land. So ist das Nötigste immer da. Doch kann es vorkommen, daß ein solcher Mann