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Dona Francisca : 70 Jahre deutscher Kulturarbeit in Brasilien im Staate Santa Catharina / von Fritz Bühler
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ruhen und Ausschreitungen vorkamen, so geschah das nur in größeren Städten, wo die deutschen Kolonien klein sind und der Mob sehr stark ist. Von feiten der Regierung wurden aber immer anständige Maß­nahmen getroffen; auch wurde jederzeit auf gute Ord­nung gesehen.

Daß mein schönes Pfarrhaus militärisch besetzt und meine Familie seit April 1918 ausquartiert wurde, nehme ich auch nicht als bösen Akt. Es war einfach eine logische Notwendigkeit; weil das Nachbarhaus schon seit Monaten als Kaserne diente und später nicht ausreichte, so mußte man auf das Pfarrhaus übergreifen. Die Militärverwaltung zahlt der Ge­meinde auch eine anständige Miete.

Das Wohlverhalten des deutschen Volkes hat aber den Brasilianern gezeigt, wie tief Gewissenhaftigkeit und Ordnungssinn bei ihm verankert sind.

XXI.

Die Gekabren ctes poUlikcken Veutlcblums.

Es muß festgestellt werden, daß unser in Bra­silien eingebürgertes oder durch Geburt dort beheima­tetes Volk sich immer korrekt verhielt. Politisches Deutschtum war unter ihm nicht mehr zu finden. Auch das 1870/71 neuerstandene Deutsche Reich hatte ihnen die Hand zur Rückeinbürgerung nicht bieten können, wie es auch nachher leider noch Millionen ausgewanderter Deutscher unbekümmert verloren gehen ließ, zu deren Erhaltung im Reichsbürgertum ein