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Dona Francisca : 70 Jahre deutscher Kulturarbeit in Brasilien im Staate Santa Catharina / von Fritz Bühler
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XX.

Der Glaube an <lieäeutl^e Gekatzr" unä Lraliliens kviegsmaßnakrnen.

Der Krieg hat auch offenbart, daß die regierenden Kreise in Brasilien an die erlogenedeutsche Gefahr" glaubten, daß Deutschland die Absicht habe, zu passen­der Zeit die drei Südstaaten zu annektieren. Dieser Glaube und die daraus geborene Furcht, wie auch der damit verwandte Haß, waren wohl ausschlaggebend zum Anschluß an unsere Feinde. Nachdem erst klar wurde, daß viele Hunde des Hasen Tod sein werden, konnte man zur dauernden eigenen Beruhigung die letzte Hatz ungestraft mitmachen.

Wie sehr man dort an die zwar unwahrschein­liche, ja sogar unmöglichedeutsche Gefahr" glaubte, beweist auch die Art der Kriegsmaßnahmen, die Bra­silien getroffen hat, die in allerlei gründlichen Siche­rungen bestand, als: Entwaffnung der friedlichen Schützenvereine und Feuerwehren, Jnternierung deut­scher Reserve-Offiziere, Belegung der deutschen Kolo­nien mit Militär, Ernstmachen mit der vorher nur auf dem Papier vorhandenenAllgemeinen Wehr­pflicht" und dauernde schärfste Bewachung der unend­lich langen Küste durch Land- und Seestreitkräfte!

Schon der Umschwung anno 1902 hing mit dem Glauben an diese Gefahr zusammen. Sicherlich ist der ganze Gedanke ein Hirngespinst unserer Feinde. Aber er ist geglaubt worden; so nahm das Gespenst Wesen an und vergiftete die Stimmung.