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Auch die Gesangvereine „Helvetia" und „Sängerbund" feierten nacheinander ihre goldenen Jubiläen und erwiesen sich dabei aufs neue als Hochburgen und Pflanzstätten deutschen Geisteslebens. Und Ähnliches trug sich zu, als auch für den „Turnverein" und die „Freiwillige Feuerwehr" die große Stunde des goldenen Jubels schlug. Alle diese Vereine besitzen ihre eigenen Häuser und Hallen. Ein ganzes Buch wäre allein mit Bildern zu füllen, die alle Dokumente der Blüte des dortigen Deutschtums lieferten. Doch muß es leider bei einigen wenigen Bildern sein Bewenden haben.
XVIII.
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Dem Jubel folgte leider der Jammer. Er kam ganz sachte; aber er blieb da. Das ging so zu: Zu den Wahlen des Jahres 1902 mischte sich die Regierung zum erstenmal in die Gemeindeverhältnisse ein, indem sie der Bürgerschaft vorschrieb, was für Persönlichkeiten zu wählen seien für den Bürgermeister- posten und für die Kammerratsämter. Sie ließ dabei offenen Weg zur Wahl der Minorität; aber eben die Majorität sollte nach ihrem Willen gewählt werden.
Der Vorschlag zeigte klar, daß von nun an die Deutschen das Gemeinwesen nicht mehr regieren sollten. Aber man lebte ja doch in der freien Republik und besaß das allgemeine, direkte und geheime Wahlrecht-